
Armin Willingmann, der in Sachsen-Anhalt die Wahlliste der SPD anführt, kritisiert die Rentenpläne der Bundesregierung. An der ist wohlgemerkt seine Partei beteiligt. Er habe aber, so bekundete er am Wochenende, ein „echtes Problem“ mit der Abschaffung der Frührente nach 45 Beitragsjahren, denn das treffe gerade im Osten Deutschlands „zahllose Menschen“.
Sich in einem Land mit Kritik an der eigenen Partei im Bund zu profilieren, hat schon so manch einer versucht, zumal wenn es darum geht, einem Abwärtsstrudel zu entkommen. Das Problem ist nur: Die Methode hat äußerst selten Erfolg, und das auch nur dann, wenn man einen politischen oder wenigstens publizistischen Hebel in der Hand hat, das kritisierte Vorhaben zu beeinflussen.
Im Osten doppelt fragwürdig
In diesem Fall ist nicht nur fraglich, ob das Argument stichhaltig ist (gerade im Osten sind ungebrochene Erwerbsbiographien nicht die Regel). Es wird vor allem wirkungslos verhallen. Selbst Manuela Schwesig, die als Ministerpräsidentin in Schwerin immerhin einen kleinen Hebel in der Hand hat, ist damit nicht durchgedrungen.
So aber bedient der SPD-Mann bloß den Wahlkampf der AfD, die darauf verweisen kann, dass die Sozis es ja selbst zugäben, was für eine schlimme Politik sie im Bund machten. Das Selbstbewusstsein, das die AfD auf ihrem Parteitag am Wochenende demonstriert hat, wird die SPD so nicht beeinträchtigen.
