Ein halbes Jahr nach einem Schusswaffenangriff an einer Schule in Kanada haben Ermittler einen Verdächtigen wegen mutmaßlicher Unterstützung in den USA festgenommen. Dem 30-Jährigen werde Verschwörung zur Ermordung von Personen in einem anderen Land vorgeworfen, teilten kanadische und US-amerikanische Ermittler bei einer Pressekonferenz mit.
In dem Ort Tumbler Ridge in der westkanadischen Provinz British Columbia hatte eine 18-Jährige am 10. Februar acht Menschen getötet, sechs davon in einer Schule. Unter den Opfern waren Schülerinnen und Schüler, eine Lehrkraft sowie die Mutter und der Stiefbruder der mutmaßlichen Schützin, die sich anschließend selbst tötete.
Der nun Festgenommene und die 18-Jährige mutmaßliche Täterin haben sich nach Angaben der Ermittler online kennengelernt und sich etwa sechs Monate täglich über die Pläne des Attentats ausgetauscht. Neben Geld, technischer Beratung und bestimmten Gegenständen, die bei der Tat verwendet werden sollten, habe sich der Verdächtige bereit erklärt, einen Livestream des Angriffs aufzuzeichnen und so zu verbreiten, dass die Täterin möglichst große Bekanntheit erlangen würde.
Motiv weiterhin unklar
Während der Tat habe der Mann der Angreiferin etwa auch Rat zum Starten eines Autos gegeben. Damit soll sie zum zweiten Tatort gefahren sein.
Über das Motiv der Tat ist bisher nichts bekannt. Die mutmaßliche Täterin hatte nach Polizeiangaben vier Jahre zuvor die Schule abgebrochen und war der Polizei bekannt. Diese war demnach im Zusammenhang mit psychischen Problemen der Schützin mehrfach zum Haus der Familie gerufen worden.
Der Angriff zählt zu den schwersten Gewalttaten an einer
Schule in der Geschichte Kanadas. Anders als in den USA sind solche tödlichen
Angriffe an Schulen dort selten. Es gibt zudem strengere Waffengesetze. Nur im
Jahr 1989 hatte es an der Universität École Polytechnique in Montréal einen
Angriff mit mehr Toten gegeben. Damals wurden 14 Menschen getötet.
