
In Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf einen 30-Jährigen am Bahnhof Zoo in Berlin fahnden die Ermittler konkret nach einer flüchtigen Tatperson. Der oder die Tatverdächtige habe sich nach den Schüssen mit einem Fahrzeug vom Tatort entfernt, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Die Tat habe sich am Sonntag gegen 23.50 Uhr ereignet. Zur Identität der beteiligten Personen und zum Hintergrund machte der Sprecher zunächst keine Angaben. „Die Ermittlungen dauern an.“
Der Mann war nach einem Streit zwischen mehreren Menschen auf der Straße angeschossen und dabei tödlich verletzt worden. Sanitäter versuchten, den 30-Jährigen wiederzubeleben, er starb aber noch am Tatort im Stadtteil Charlottenburg, wie die Polizei auf X mitteilte.
Wie viele Schüsse bei dem Vorfall auf dem Hardenbergplatz vor dem Bahnhof Zoologischer Garten kurz vor Mitternacht abgefeuert wurden, sagte die Sprecherin nicht. Auch die Hintergründe des Streits blieben zunächst unklar. Die Mordkommission nahm die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts auf. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft wird die Leiche des Opfers heute obduziert.
Immer wieder Vorfälle mit Schusswaffen
Der Tatort liegt im Berliner Westen. Der Bahnhof Zoologischer Garten gilt im Berliner ÖPNV als wichtiger Knotenpunkt. Für viele Touristen, die den westlichen Teil der Hauptstadt erkunden wollen, dient der Bahnhof als Ausgangspunkt. Unter anderem liegen die bekannte Einkaufsmeile Kurfürstendamm und die Gedächtniskirche in der Nähe. Rund um den Tatort kam es Morgen zu größeren Verkehrsbeeinträchtigungen.
In Berlin kommt es immer wieder zu Vorfällen mit Schusswaffen. Erst am frühen Sonntagmorgen hatten Unbekannte auf die Scheibe einer Gaststätte in Neukölln geschossen. Am Wochenende zuvor war ein 38-Jähriger in Schöneberg angeschossen worden.
Laut Polizei hat der Einsatz von Schusswaffen in Berlin in der Vergangenheit stark zugenommen. „Streitigkeiten, die früher mit Fäusten ausgetragen wurden, werden heute vielleicht eher mit Schusswaffen ausgetragen“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel etwa im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses im Februar. Im Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch – ein Anstieg um 68 Prozent gegenüber 2024. Dabei wurde in mehr als 500 Fällen auch geschossen.
