
Was es im Einzelnen bedeutet, wenn nun die Türkei und Pakistan Soldaten nach Saudi-Arabien schicken wollen, wird man abwarten müssen. Warum die Saudis im Rahmen des sogenannten Mekka-Pakts, der erst zwei Monate alt ist, Beistand wollen, ist aber kein Rätsel: Sie haben ein massives Problem mit den Huthi im Jemen, und Trump lässt sie bisher völlig ungeniert im Stich.
Als die von Iran unterstützte Gruppierung kürzlich eine Blockade gegen saudische Schiffe verkündete und dann ihre Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab ausbaute, da kam Trump den Saudis nicht etwa zu Hilfe. Er ließ sich stattdessen von den Huthi einen älteren Deal bestätigen, dass sie amerikanische Schiffe nicht angreifen würden.
Die Exportwege der Saudis sind gestört
Man kann sich die Gefühlslage in Riad vorstellen: Erst sorgt der Präsident mit seinem Angriff auf Iran dafür, dass die Straße von Hormus blockiert wird. Dann sieht er zu, wie der zweite wichtige Exportweg der Saudis gestört wird, handelt für sich selbst aber ein separates Abkommen mit ihren Gegnern aus. Wer einen solchen „Verbündeten“ hat, sucht sich besser neue.
Der Nahe Osten und seine ineinander verkeilten Konflikte kommen deutschen Politikern immer noch weit weg vor. Sie sollten aber genau hinsehen, denn das Schicksal der Saudis hält schmerzhafte Lehren für Europa bereit. Wenn Trump schon nicht bereit ist, einem Verbündeten gegen eine Miliz in einem Dritte-Welt-Land zu helfen, würde er es dann gegen die Großmacht Russland tun?
