Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 24/2026.

Sechs Rennen, sechs Goldmedaillen: Nie zuvor hatte jemand das bei den Olympischen Winterspielen geschafft. Der Skilangläufer Johannes Høsflot Klæbo aus Norwegen hat bei den Spielen 2026 in den italienischen Alpen alles gewonnen, was es zu gewinnen gab – ein Kunststück, das ihm bereits bei der Weltmeisterschaft im Jahr zuvor gelungen war.

Was ist Klæbos Geheimnis? Wer ihm beim Laufen zusieht, kann es erkennen. Klæbo tanzt über den Schnee. Er tippelt anmutig um enge Kurven, während die Konkurrenz mit den Armen rudert. Er gleitet in der Technik des »Dobbeldans« mit langen Zügen über Flachpassagen. Wenn er am steilen Anstieg attackiert, zieht er flüssigen Schrittes in der ihm eigenen »Klæboteknikk« davon. Trainiert haben seine Gegner auch. Aber Klæbo hat den Rhythmus. »Ich denke eher an ein Rad als an ein Stakkato«, sagt der 29-jährige Norweger.