
Diese Steilvorlage hat Isabell Werth versenkt und ihre Mannschaft zum Titel bei der Dressur-Weltmeisterschaft in Aachen geführt. Mit der Stute Wendy erreichte sie im Grand Prix am Mittwochabend 79,876 Prozentpunkte und erhöhte damit das Teamergebnis auf insgesamt 235,063. Zwar unterlief ihr ein teurer Fehler in den Galoppwechseln, ihre Mannschaftskollegen hatten ihr aber zuvor die bestmögliche Ausgangslage bereitet.
Raphael Netz und Camelot bildeten zunächst mit 73,338 Prozent das Streichergebnis, überzeugten aber bei ihrem Debüt im deutschen Team. Danach zeigten Frederic Wandres und Bluetooth wie gewohnt einen souveränen Grand Prix (75,963) und brachten das Team vor dem Finaltag in Führung. „Da konnten wir wirklich ruhig schlafen“, sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu.
„Die Jungs haben super vorgelegt“
Am Mittwochvormittag übertrafen Katharina Hemmer und Denoix dann alle Erwartungen. Erst zum zweiten Mal sind die beiden Teil der deutschen Equipe, wurden bereits im vergangenen Jahr Europameister, und stellten nun zur WM mit 79,224 Prozent eine neue persönliche Bestleistung auf. Schon vor der Schlussaufstellung seien ihr Tränen in die Augen getreten, sagte die 31-Jährige, überwältigt von der eigenen Leistung: „Das war die pure Freude. Die Jungs haben super vorgelegt. Natürlich will man auch seine beste Leistung bringen. Und wenn das klappt, dann ist das natürlich super.“
Monica Theodorescu war ebenso gerührt von der Leistung ihres Teams, besonders aber von Katharina Hemmer: „Das war unglaublich toll, dass sie das auf dem Championat auch wirklich raushaut. Da war eine Linie nach der anderen immer besser, und so souverän.“ Somit war auch der Abstand des deutschen Teams zu den zweitplatzierten Briten eindeutig. Die Mannschaft um Weltmeisterin Charlotte Fry gewann Silber mit insgesamt 231,445 Punkten vor den Titelverteidigern aus Dänemark (229,456).
Das beste Einzelergebnis erzielte wie erwartet die Dänin Cathrine Laudrup-Dufour mit der Stute Freestyle (82,376). Die erste Einzel-Entscheidung fällt allerdings erst am Freitag im Grand Prix Special. Beste Chancen haben dort auch noch der Belgier Justin Verboomen mit Zonik Plus (80,885) und Charlotte Fry mit Glamourdale (80,311).
