
Mit den Parkplätzen kommt das Parkverbot: Dieses nur scheinbar widersprüchliche Motto gilt in Frankfurt für E-Scooter, und es wird nun auch auf die Stadtteile ausgeweitet. In Höchst und an der Berger Straße weist die für das Management der Elektro-Tretroller zuständige Nahverkehrsgesellschaft Traffiq weitere Stellplätze für E-Scooter aus. Diese dürfen dann nur auf diesen mit einem aufgemalten Symbol auf der Straße und einem entsprechenden Schild gekennzeichneten Flächen abgestellt werden. Im Umkreis von 100 Metern gilt ein Parkverbot.
Im Bahnhofsviertel, in der Innenstadt innerhalb des Anlagenrings und in Bockenheim sind in den vergangenen Jahren 138 E-Scooter-Parkplätze in unterschiedlicher Größe angelegt worden. 78 weitere finden sich an anderen Stellen. Durch die Kombination mit einer Parkverbotszone soll auf diese Weise das wilde Abstellen auf dem Gehweg, das immer wieder zu Beschwerden führt, verhindert werden. Jetzt kommen zwölf Stellflächen im Stadtteil Höchst hinzu, sodass in der gesamten Höchster Innenstadt das Abstellen der Tretroller ansonsten nicht mehr erlaubt ist. Die ersten zwei Flächen sind vorige Woche zwischen Main und Bahnhof markiert worden.
Kontrolle per Satelliten-Ortung
35 E-Scooter-Parkplätze werden es nach Worten von Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold an der Berger Straße bis weit nach Bornheim hinein sein. Die Parkverbotszone Berger Straße schließe nahtlos an die der Innenstadt an. Die Anbieter der Leihroller müssen über GPS-Ortung sicherstellen, dass die Vorgaben auch eingehalten werden. Das ist zum Beispiel dadurch möglich, dass sich der Leihvorgang nicht in einer Parkverbotszone beenden lässt. Traffiq wiederum kann sich mit einer Software die Standorte der Fahrzeuge anzeigen lassen.
In einer Mitteilung der Nahverkehrsgesellschaft heißt es, man habe auch an mehreren Stellen auf sich häufende Beschwerden über falsch abgestellte Tretroller und Hinweise der Ortsbeiräte reagiert. So seien weitere Stellplätze am Südbahnhof in Sachsenhausen, im Gutleutviertel um die Werner-von-Siemens-Schule, in der Altstadt an der Töngesgasse, im Westend an der Friedrich-Ebert-Anlage und um den Grüneburgweg, in Unterliederbach und in Höchst am Friedrich-Dessauer-Gymnasium ausgewiesen worden.
Hinweise der Bürger, von Anliegern und Gewerbetreibenden sowie die Software helfen nach Worten von Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Die Grünen) dabei, den Ausbau der Stationen bedarfsgerecht zu steuern. „Indem wir für weitere Flächen zum Parken für E-Scooter sorgen, räumen wir die Gehwege wieder frei.“ Das nutze den Fußgängern, erhöhe aber auch die Akzeptanz der durchaus nützlichen Kleinstfahrzeuge. Über die Falschparker-App Nivel können Bürger falsch abgestellte E-Scooter melden. Die Beschwerden gehen direkt an die Anbieter, aber auch an Traffiq.
Die Stadt plant, bis 2029 im gesamten Stadtgebiet E-Scooter-Parkplätze auszuweisen. Es handelt sich um die kleinste Form der insgesamt geplanten 1000 Mobilitätsstationen. An den größeren werden auch Leihfahrräder und Carsharing-Fahrzeuge angeboten.
Mit den neuen Stellflächen steigt die Zahl der festen E-Scooter-Parkplätze auf 263. Dadurch sei die Zahl der Beschwerden von Bürgern stark zurückgegangen, sagt Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold. Zurzeit haben sechs Anbieter in Frankfurt 12.000 Leihroller aufgestellt. Zum 1. Juli vergibt die Stadt nach einem Auswahlverfahren eine entsprechende Genehmigung nur noch an drei Verleiher. Die Zahl der Elektro-Tretroller im Stadtgebiet werde zugleich auf 10.500 reduziert, hatte Siefert Anfang des Jahres angekündigt.
