Der Arbeitnehmerflügel der CDU äußert Kritik an den Plänen von Schwarz-Rot, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Vorlage eines Attests bereits ab dem ersten Tag der Krankschreibung zu verpflichten. Der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Dennis Radtke, warnte vor zu viel Misstrauen gegenüber Kranken: »Es darf nicht der Eindruck entstehen, die Menschen seien zu faul«, sagte er im ZDF-Morgenmagazin.
»Menschen, die keine Lust haben, die blau machen, hat es immer gegeben«, sagte Radtke. »Wir haben vor allem ein Problem mit den Langzeitkranken.« Er habe angeregt, die Pläne zu überdenken. So nehme er Sorgen wahr, dass Menschen, die sich derzeit für einen Tag krankmeldeten, künftig gleich drei oder fünf Tage ausfallen könnten. Damit wiederholte Radtke Vorbehalte gegen die Regelung, welche die CDA bereits kurz nach Vorstellung der Pläne geäußert hatte.
Union und SPD hatten im Koalitionsausschuss kürzlich vereinbart, die Vorlage eines ärztlichen Attests bereits ab dem ersten Krankheitstag per Gesetz zur Regel zu machen, statt wie bisher erst ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit. Zudem soll die Möglichkeit telefonischer Krankschreibungen entfallen, die während der Coronapandemie eingeführt worden war.
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden Aussagen aus der Regierung zufolge nicht verpflichtet, das Attest bereits am ersten Tag zu besorgen. Dies könne auch nachträglich geschehen, hieß es. Details sollen während des Gesetzgebungsprozesses ausgearbeitet werden. Die Möglichkeit für Betriebe, sich selbst abweichende Regeln zu geben, soll beibehalten werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete das Vorhaben damit, den Krankenstand senken zu wollen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnte, die Regelung würde wegen vermehrter Praxisbesuche zu mehr Ansteckungen und damit mehr Fehltagen führen.
