Da ist ein Aufatmen zu vernehmen, als an diesem Donnerstagvormittag ein hochrangiger Manager aus der Großindustrie ins Telefon spricht. Vor wenigen Minuten hat die Regierungskoalition im Garten des Kanzleramtes ihr lang ersehntes Reformprogramm vorgestellt, das das krisengeplagte Deutschland endlich auf Kurs bringen soll. Über Wochen wurde gerungen und gezankt, man befürchtete Schlimmstes, doch am Ende ging es relativ schnell, nach rund neun Stunden hatten sich die Koalitionäre geeinigt. »Wenigstens etwas«, sagt der Manager nun, »wenigstens Einigkeit und ein gemeinsamer Wille.« Er sagt allerdings auch: Das könne nur ein Anfang sein. »Das reicht noch nicht.«
