Nach Spaniens souveränem 2:0 gegen Frankreich überwog bei den Franzosen die Ernüchterung. Frankreichs Trainer Didier Deschamps sagte: »Wir müssen zugeben, dass die Spanier besser waren. Sie haben das Spiel kontrolliert. Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat.«
»Wir müssen das akzeptieren, es tut weh. Spanien hat gezeigt, dass sie heute auf einem anderen Niveau gespielt haben. Es bleibt uns das Spiel um Platz drei. Aber heute ist die Enttäuschung extrem groß«, sagte Frankreichs Nationaltrainer weiter.
Emmanuel Macron tröstet
Auch Frankreichs Fußballsuperstar Kylian Mbappé hat sich nach der Halbfinalniederlage gegen Spanien zu Wort gemeldet. Dem französischen Sender M6 sagte er: »Ich denke, wir haben nicht das Spiel gemacht, das wir machen wollten, weder taktisch noch technisch noch in Bezug auf das Gesamtlevel, das wir gezeigt haben. Und wenn du in einem WM-Halbfinale nicht das machst, was du machen sollst, gewinnst du nicht.«
Weiter sagte Mbappé: »Es war ein Traum für uns, ins Finale zu kommen, unserem Land die Möglichkeit zu geben, weiter zu träumen und Geschichte zu schreiben. Wenn man gewinnt, gewinnt man mit erhobenem Haupt, also muss man, wenn man verliert, auch mit erhobenem Haupt verlieren.«
Frankreichs Staatsoberhaupt Emmanuel Macron war nach der Niederlage am Nationalfeiertag als Tröster gefordert. Macron gratulierte zunächst Spanien, fand dann auf der Plattform X mitfühlende Worte an die Équipe Tricolore: »Danke an Les Bleus, dass sie unsere Farben mit Engagement getragen haben. Die Niederlage heute Abend ist schwer zu verkraften, aber dieses Team ist jung und voller Zukunft.«
Spaniens König gratuliert
In Spanien herrschte dagegen Euphorie. Pedro Porro, der mit seinem Tor zum 2:0 das Spiel zugunsten Spaniens
praktisch entschied, sagte: »Das hätte ich mir nicht erträumen können.«
Er sei glücklich über den Sieg. »Es ist ein Sieg der Mannschaft, es geht
nicht um mich.« Nach diesem Spiel gegen einen »großartigen Gegner«
müsse er sich nun erholen, um bis zum Endspiel wieder fit zu sein. »Als
ich ausgewechselt wurde, war ich fix und fertig, ich war total platt.«
Nationaltrainer Luis de la Fuente lobte nach dem Einzug ins WM-Finale seine Mannschaft. »Wir haben es extrem gut gemacht gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Diese Spieler haben es einfach verdient, weil sie Leidenschaft auf den Platz bringen und solidarisch spielen und ein extrem großes Talent haben. Das, was schwer erscheint, haben sie mit Leichtigkeit bewältigt. Ich bin extrem glücklich.«
Nach der Partie verriet de la Fuente, dass Spaniens König Felipe VI. zu nächtlicher Stunde in
Europa noch gratuliert habe. »Es macht uns so stolz, dass unser König
uns angerufen hat und wir den Leuten in den Straßen so eine Freude
bereiten konnten«, sagte der Trainer.
König Felipe hat sich zudem auf dem offiziellen Account des spanischen Königshauses bei X zu Wort gemeldet. »Ihr habt erneut gezeigt, warum ihr eine der großen Nationalmannschaften der Welt seid«, hieß es dort. »Nun, mit einem ganzen Land an eurer Seite, kommt der Moment, um den Titel zu kämpfen. Danke, dass Ihr uns diesen Weg habt genießen lassen.«
Ein Video zeigt, wie der 58 Jahre alte Monarch mit seiner Frau Letizia und den Töchtern Leonor und Sofia den 2:0-Sieg im Halbfinale gegen Frankreich vor dem Fernseher verfolgt und sie sich nach dem Schlusspfiff umarmen.
