
Der im Frankfurter Reichsbürgerprozess angeklagte Peter Wörner hat am Mittwoch bestätigt, dass die Gruppe um Heinrich XVIII. Prinz Reuß versucht habe, Waffen zu beschaffen. Mit diesen sollten „Teile des Militärs vollständig ausgestattet“ werden – jedoch nicht, wie er sagt, für einen Angriff auf den Bundestag, sondern lediglich für die Befreiung missbrauchter Kinder. Ob bei einem Sturm auf das Reichstagsgebäude, wenn es denn so weit gekommen wäre, auch Waffen eingesetzt worden wären, könne er nicht beantworten: „Weil ich nicht weiß, was bestellt wurde und in welchem Umfang.“
Vergangene Woche hatte der frühere KSK-Soldat Wörner ausgesagt, es sei eine „militärische Aktion“ am Bundestag geplant gewesen. „Bei einer militärischen Aktion ist man ausgerüstet und hat auch Waffen“, sagte er da. Er sei jedoch zu keiner Zeit davon ausgegangen, dass ein Mensch dabei zu Schaden komme, weil der vermeintliche Hellseher Thomas T. vorhergesagt habe, dass dies nicht geschehe. T. steht am Oberlandesgericht München wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an den Plänen der Gruppe vor Gericht.
Zweimal hatte die Gruppe Wörner zufolge versucht, an Waffen zu gelangen, seines Wissens nach sei dies aber nicht gelungen: Zum einen hätten er und der Mitangeklagte Rüdiger von Pescatore eine Waffenfirma auf einer Messe angesprochen und sich über einen Einkauf informiert. Die Firma habe eine Händlerlizenz sehen wollen. „Er hatte damals zu mir gesagt: Na, jetzt braucht man nur jemanden, der diese Lizenz hat oder bekommt“, so Wörner.
Zum anderen seien zwei Brüdern aus der Schweiz 30.000 Euro für die Beschaffung der Waffen gegeben worden. Das habe ihm Pescatore gesagt. Die Bundesanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass den Brüdern mehr als 130.000 Euro dafür gegeben wurden. Geliefert haben sollen die beiden Männer jedoch nichts.
