In
Sachsen-Anhalt wurde am Dienstag zum
ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik ein AfD-Politiker zum
Landtagspräsidenten gewählt. Tobias Rausch hat dabei vier Stimmen mehr
bekommen, als AfD und BSW im Landtag haben. Vermutet wird, dass es Überläufer
aus der CDU gibt, die vorher angekündigt hatten, sich zu enthalten. Aus
Protest dagegen zogen SPD-Politiker am Abend vom Reichstag durch das Brandenburger Tor
zum Bebelplatz. Dort hatten die Nationalsozialisten 1933 Bücher verbrannt. Die
Abgeordneten trugen Grundgesetze in den Händen, Verteidigungsminister Boris
Pistorius stimmte die Nationalhymne an. In einer internen Sitzung soll er außerdem Max Liebermann zitiert haben: »Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.« Viel Symbolik – oder hat die angeschlagene SPD ein Thema gefunden, bei dem sie seit ihrer Gründung vor über 100 Jahren standhaft geblieben ist? Und wie groß ist der Ärger der SPD über die Union, deren Abgeordnete möglicherweise für die AfD gestimmt haben? Auch am Tag danach gibt es viel zu besprechen, das übernimmt Michael
Schlieben aus dem Politikressort der ZEIT.
Die Spitzenpolitiker der Berliner Linken, Grünen und SPD aus Berlin besuchten heute eine Installation für die Opfer des Überfalls der Hamas auf Israel. Anschließend haben sie sich zu ihrem voraussichtlich letzten
Vorgespräch getroffen. Dieses noch unverbindliche Format hatten die Parteien
vereinbart, um vor möglichen Sondierungen über den Umgang mit Antisemitismus
und organisierter Kriminalität zu beraten. Gegen die Berliner
Linke gab es in diesem Zusammenhang immer wieder Vorwürfe. Ergebnisse gab es bis zum Redaktionsschluss des Podcasts keine.
Außerdem
im Update: Ein japanischer und ein französischer Forscher wurden für ihre Arbeit an sogenannten chiralen Molekülen heute mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt. Warum es auch in der Chemie entscheidend sein kann, ob ein Molekül links- oder rechtshändig ist, das erklärt Viola Kiel aus dem Wissenschaftsressort der ZEIT.
Und sonst so? Vor 20 Jahren wurde die Journalistin Anna Politkowskaja in Moskau erschossen.
Moderation und Produktion: Philip-Johann
Moser
Redaktion: Fabian Scheler
Mitarbeit: Lena Herrmann, Emma Möllenbrock
Alle
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