Wie aufreibend das Leben in besseren Kreisen sein kann, dürfen wir diese Woche wieder „Bunte“ entnehmen. „Eine Traumtrauung jagt die nächste!“, lesen wir und dass Adelige im Sommer die schwere Entscheidung zu treffen hatten, „ob sie zur Arco-Zinneberg-Hochzeit nach England fliegen oder nach Unterfranken zur Castell-Rüdenhausen-Trauung reisen“. Oder auch nach Bad Wurzach, wo sich Marie-Thérèse Gräfin von Waldburg zu Zeil und Prinz Philipp von Oettingen-Wallerstein trauten, laut „Bunte“ ein „Traumpaar mit großer Strahlkraft“. Womit es also nicht nur eine Traumtrauung war, sondern eine Traumpaartraumtrauung, wir hätten uns dann wohl für diese entschieden. Doch natürlich waren wir nicht eingeladen.
„Bunte“ weiß auch, dass der Hochzeitskuss des Paares vier Sekunden dauerte, was sogar größte royale Stars alt aussehen lässt: „Kate und William hatten sich bei ihrer Hochzeit 2011 nur 1,1 Sekunden lang geküsst.“ Hier freilich streiten die Experten. Bei den Briten nämlich gab es auf dem Balkon gleich zwei Küsse, der zweite 1,1 Sekunden knapp, der erste gar nur 0,7. Die „Berliner Morgenpost“ zählte kurzerhand beide zusammen und schrieb von 1,8 Sekunden, doch ist das legitim? „Bild“ kam auf 2,2 Sekunden (0,7 und 1,5). Der flüchtigste königliche Kuss erfolgte wenig überraschend 1981 zwischen Charles und Diana: kärgliche 0,4 Sekunden, ein Wunder, dass es davon überhaupt Fotos gibt.

Und Harry und Meghan 2018? Ihr Kuss währte „Bild“ zufolge „etwa eineinhalb Sekunden“, laut „Berliner Morgenpost“ wiederum „höchstens zweieinhalb Sekunden“: Was sind denn das für ungenaue Angaben? Da sollten sich die Mainstreammedien ein Beispiel an der Website „Adelswelt“ nehmen, die mit 1,53 Sekunden einen Wert sogar mit weiterer Nachkommastelle gestoppt hat. Ausgestochen wurden William und Kate damals auf jeden Fall.
Nein, das darf nicht wahr sein!
Für das Thronfolgerpaar ist es nicht der letzte Schlag gewesen. „Tapfer hält sie ihre Tränen zurück. Der Kloß in ihrem Hals wird immer größer. Ihre Hände zittern. Als König Charles, 77, ihr und Prinz William, 44, die Nachricht überbringt, fühlt sich Kate, 44, wie betäubt. Nein, das darf nicht wahr sein! Bitte kneif mich!“ So malt sich „Die Aktuelle“ den Moment aus, in dem Kate von der Rückkehr Meghans und Harrys erfährt, und wir möchten hinzufügen: Es darf nicht wahr sein und ist es ja auch nicht. Dazu muss man sich gar nicht kneifen, sondern nur wissen, dass es in der „Aktuellen“ steht.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Harry und Meghan wiederum haben, wie „Das Neue“ behauptet, ganz andere Probleme: „Schock vor der Scheidung – Meghan Markle – Harry hat eine andere!“ Wie ernst es ist, erkennen wir daran, dass das Heft Meghan wieder ihren Mädchennamen verpasst. „Eine Nachbarin aus Montecito soll ihm den Kopf verdreht haben“, lesen wir, und angesichts seines England-Umzugs wäre das ganz schlechtes Timing – von Harry oder von „Das Neue“. Und auch von „Frau aktuell“, die schreibt: „Nachdem Meghan ihrem Mann angeblich die Affäre mit einem Nachbarn gebeichtet hat, war die Scheidung beschlossene Sache.“ Wir halten fest: Sowohl Harry als auch Meghan hatten Affären in der Nachbarschaft und suchen nun das Weite. Vielleicht können die beiden Verlassenen ja einander trösten.
Traurige Tatsache ist auf jeden Fall die Traumpaartrennung von Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer. „,Bunte‘ begleitete die beiden 2014, als sie sich (…) das Jawort gaben“, lesen wir – und ein wenig Enttäuschung heraus, dass „Bunte“ beim Neinwort nicht ebenfalls ganz nah dran sein durfte. Dabei hatte sich das Paar in seiner Ehe ganz viel Mühe gegeben und sich zum Beispiel „ein wöchentliches Ritual verordnet, um ihre Liebe frisch zu halten. Sogenannte Wartungsgespräche, nette Date-Nights“, bei denen sie sich unter anderem gegenseitig die Frage stellten: „Womit hast du mich diese Woche enttäuscht?“ In zwölf Jahren Ehe dürften da zahllose Enttäuschungen zusammengekommen sein, was uns nicht unproblematisch scheint. Überhaupt hätten wir etwas, das wöchentlich gewartet werden muss, schon viel früher gegen was Neues eingetauscht.
Sie hatte ihre Beine dabei
Hoffentlich noch lange ein trautes Traumpaar bleiben George und Amal Clooney, bei deren Venedigbesuch „Bild“ genau hingeguckt hat: „Als die 1,75 Meter große Menschenrechtsanwältin aus dem Wassertaxi stieg, präsentierte sie ihre nackten Endlos-Beine als Wow-Accessoire!“ Toll, eine ganz neue Accessoire-Idee: Beine. Als weitere Accessoires übrigens hatte Amal Clooney Arme, Ohren und eine Nase dabei.

Noch weiter gereist ist eine deutsche Schauspielerin, wie „Die Aktuelle“ weiß: „Tina Ruland, 59, schmiegt sich im Regenwald von Costa Rica an eine süße Ziege und drückt sie ganz fest an sich. ,Was für eine Tierwelt‘, meint sie auf ihrem Instagram-Profil über ihre Urlaubsreise durch das lateinamerikanische Land und schwärmt von der dortigen Flora und Fauna.“
Da schwärmt sie ganz zu Recht, nur: In Costa Rica gibt es Brüllaffen, Morpho-Falter, Schlangen, Spinnen, Tapire, Tukane, Stirnlappen-Basilisken und etliches mehr – und Ruland posiert, um die vielfältige Fauna zu demonstrieren, mit einer süßen Ziege? Wir vermuten mal, es war das einzige Tier, das sie festhalten konnte.
