Der Machtkampf zwischen US-Präsident Donald Trump und mehreren Medienhäusern geht weiter. Der Nachrichtensender CNN darf US-Präsident Donald Trumps Reise in den Bundesstaat Tennessee nicht als Vertreter des sogenannten TV-Pools filmen. Das hat die US-Regierung beschlossen.
Fünf große US-Fernsehsender teilen sich traditionell die Aufgabe, den Präsidenten stets mit der Kamera zu begleiten. Die Pool-Vertreter reisen meist mit dem Präsidenten und haben in der Regel direkten Zugang zu seinen Auftritten. Am Freitag vergangener Woche hatte Trump jedoch den Sendern CNN, MS NOW sowie dem Nachrichtenportal Politico den Zutritt zum Weißen Haus verwehrt, weil deren Berichterstattung seiner Ansicht nach nicht ausgewogen gewesen sei. Ein Richter ordnete daraufhin an, den Medienvertretern müsse es wieder erlaubt sein, aus dem Weißen Haus zu berichten. Daraufhin wurden die Journalisten der Medienhäuser wieder in den Regierungssitz gelassen.
Für die anstehende Reise Trumps nach Tennessee wäre CNN an der Reihe gewesen, das Videomaterial aufzunehmen und den anderen zur Verfügung zu stellen. Ohne Angabe von Gründen sei CNN die Genehmigung dafür vom Weißen Haus jedoch nicht erteilt worden, berichtete der Sender nun.
Ob die Regierung damit gegen den Richterspruch verstieß, ist unklar. Wörtlich genommen hatte der Richter nur angeordnet, die Zugangspässe der drei Medien für das Weiße Haus wiederherzustellen, sagte der Rechtsexperte Elie Honig bei CNN. Man könne aber argumentieren, dass die Ausladung von CNN von der Reise als Berichterstatter des TV-Pools »den Geist« der richterlichen Anordnung verletze, führte er aus.
An der Stelle von CNN wird nun der Onlinesender Lindell TV des Trump-freundlichen Kissenunternehmers Mike Lindell als Vertreter des TV-Pools für die Berichterstattung am heutigen Samstag aufgeführt.
