In Polen soll der Besuch von Haustieren in Hospizen und auf Palliativstationen künftig nicht von der Institution abhängen, sondern grundsätzlich gesetzlich erlaubt werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt dem polnischen Gesundheitsausschuss vor. In vielen
Kliniken sind solche Besuche bereits erlaubt, es gibt jedoch in Polen kein
allgemeingültiges Recht darauf. Das soll sich mit dem neuen Gesetz ändern.
Der Gesetzesentwurf sieht auch Einschränkungen für dieses Gesetz vor: etwa wenn Infektionsrisiken, Gesundheitsschutz oder organisatorische Möglichkeiten gegen einen Besuch des Haustieres sprechen.
»Wir stellen sicher, dass kein Patient alleine stirbt«
Ins
Parlament eingereicht wurde der Entwurf von Katarzyna Piekarska, einer
Abgeordneten in der Partei
von Ministerpräsident Donald Tusk. »Tatsächlich gibt es sowieso schon
Tiere in Krankenhäusern«, sagt sie. Deshalb müsse das gesetzlich
geregelt werden.
Tomasz Dzierzanowski, der Direktor der Klinik für
Palliativmedizin an der Medizinischen Universität Warschau, hat den Vorstoß vorangetrieben. Er sagt, die Anwesenheit eines
geliebten Haustiers könne den körperlichen und seelischen Schmerz
todkranker Patienten in Zeiten lindern, in der die Gesellschaft
»eine Epidemie der Einsamkeit« durchlebe.
»Wir stellen sicher, dass kein
Patient alleine stirbt«, sagt er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. »Wenn jemand leidet, ist es wichtig, dass jemand
für ihn oder sie da ist. Idealerweise sollte das ein anderer Mensch
sein. Manchmal gibt es aber keinen.«
