Gordon Schnieder (CDU), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, will nach der Pisa-Studie neue Tests für Kinder einführen. »Im Moment sind sehr viele Kinder bei der Einschulung gar nicht grundschulreif«, sagte Schnieder dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Deswegen habe seine Landesregierung die Weichen gestellt für »verbindliche Sprachtests mit viereinhalb Jahren« sowie die Überprüfung von Grundfähigkeiten bei Grundschulkindern.
»Wenn Kinder in die Grundschule kommen, müssen sie Deutsch sprechen können und bestimmte Fähigkeiten beherrschen«, sagte Schnieder. Dazu gehöre einen Stift halten, mit der Schere schneiden und Schnürsenkel zubinden zu können. Ab wann die Tests umgesetzt werden sollen, sagte Schnieder nicht.
In der aktuellen Bildungsstudie Pisa hatten Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht abgeschnitten wie nie zuvor. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei 15-Jährigen »die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt«, wie die Autoren mitteilten.
Bestätigt wurde zudem die Erkenntnis, dass in Deutschland der schulische Erfolg stärker als in anderen Ländern von der sozialen Herkunft abhängt. Seit 2015 nimmt diese Kluft sogar wieder zu. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte von »besorgniserregenden« Ergebnissen gesprochen.
Schnieder offen für Bildungsgipfel
Die SPD-Bundestagsfraktion hatte als Konsequenz ein Krisentreffen auf Bundesebene gefordert. »Nach diesen Ergebnissen können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen«, sagte die stellvertretende Fraktionschefin Dagmar Schmidt. Bei einem solchen Treffen müssten konkrete gemeinsame Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen werden.
Schnieder verteidigte die Idee eines nationalen Bildungsgipfels ebenfalls. »Ich bin offen für alles, was dazu dient, das Bildungssystem besser zu machen«, sagte er. In Deutschland sind die Bundesländer für Bildung zuständig. Es gibt damit 16 Bildungssysteme. Ein gemeinsames Vorgehen zu entwickeln, gilt als langwieriger Aushandlungsprozess.
