Die Zahl der
Pflegekräfte, die in Deutschland zum Niedriglohn arbeiten, ist in den
vergangenen Jahren deutlich gesunken. Das geht aus einer Antwort des
Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die der Rheinischen
Post und der Katholischen Nachrichten-Agentur vorliegt.
Demnach arbeiteten Ende 2024 noch 7,1 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten in Pflegeberufen im unteren Entgeltbereich. Das bedeutet, dass sie in dem Jahr weniger als 2.676 Euro brutto im Monat
verdienten. Zum Vergleich: Ende 2022 lagen 10 Prozent der Pflegekräfte unter der Niedriglohnschwelle,
Ende 2020 sogar 14,7 Prozent.
Der untere Entgeltbereich umfasst
sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte, die weniger als zwei
Drittel des Median-Bruttolohns verdienen. Der Median-Bruttolohn zeigt das mittlere
und insofern “typische” Einkommen in der Pflege an.
Die Löhne sind insgesamt gestiegen. So lag das mittlere Monatsgehalt von Vollzeitbeschäftigten Ende 2024 bei 4.124 Euro brutto.
Vier Jahre zuvor waren laut den Daten noch 3.392 Euro. Das entspricht einer Steigerung um
mehr als ein Fünftel.
Mehr Menschen arbeiten in der Pflege
Das
Arbeitsministerium bezog sich auf Daten der Bundesagentur für Arbeit. Demnach
arbeiten immer mehr Menschen in Pflegeberufen. Im August 2025 waren es rund
1,77 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Fünf Jahre zuvor lag
die Zahl noch bei 1,63 Millionen.
Zugleich geht der
Anteil der Leiharbeit in der Pflege zurück. Er ist laut Bundesregierung bis August
2025 auf 1,8 Prozent gesunken. Zwei Jahre zuvor lag der Anteil der Leiharbeit
noch bei 2,5 Prozent.
Deutliche
Unterschiede gibt es allerdings in der Entlohnung von Fachkräften und Helfern.
Während Fachkräfte zuletzt fast 4.300 Euro pro Monat verdienten, bekamen Helfer
nur gut 3.200 Euro. Vor allem Helfer in Leiharbeit bekommen vergleichsweise
häufig ein schlechtes Gehalt: Von ihnen befanden sich zuletzt 49,5 Prozent im
Niedriglohnbereich. Auch insgesamt sind Helfer überdurchschnittlich häufig von
Niedriglöhnen betroffen. Fachkräfte unterscheiden sich von Helfern vor allem
durch eine längere Ausbildung.
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Julia-Christina Stange, Obfrau im
Gesundheitsausschuss, kritisierte vor diesem Hintergrund, dass
Helferinnen und Helfer in der Pflege “als billige, flexible Reserve
eingesetzt” würden.
