Die rechtskonservative Kandidatin Keiko Fujimori hat nach Abschluss der langwierigen Stimmenauszählung die Präsidentenwahl in Peru knapp gewonnen. Die 51-Jährige kam auf 50,13 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt des südamerikanischen Landes mehr als drei Wochen nach der Stichwahl am 7. Juni mitteilte. Der linksgerichtete Kandidat Roberto Sánchez erhielt demnach 49,86 Prozent. Gerade einmal 49.641 Stimmen trennten die Kontrahenten in einem Land mit 27 Millionen Wahlberechtigten.
Sie werde mit »großer Bescheidenheit, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein« auf die offizielle Bekanntmachung der endgültigen Wahlergebnisse durch die nationale Wahlkommission JNE in den kommenden Tagen warten, teilte Fujimori mit. »Wir kommen dem Beginn eines Weges der Ordnung und Hoffnung für alle Peruaner immer näher.« Ihr Gegner hatte zuvor angekündigt, die Wahlergebnisse nicht anzuerkennen.
Gespaltenes Peru
Fujimori ist die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten und bereits gestorbenen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Die Politikerin der konservativen Partei Fuerza Popular kandidierte bereits zum vierten Mal für das Präsidentenamt. Sie hat angekündigt, hart gegen das organisierte Verbrechen und Migration vorzugehen. Außerdem plant sie eine Deregulierung der Wirtschaft. Ihr Amt wird sie am 28. Juli antreten.
Sánchez, der zum ersten Mal kandidierte, trat für die Rechte der Landbevölkerung ein und forderte eine Reform von Polizei und Justiz. Unterstützt wurde der 57-jährige Abgeordnete von Anhängern des linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo, der wegen eines versuchten Putsches im Gefängnis ist.
Die politische Lage in dem Land mit rund 35 Millionen Einwohnern ist von einem ständigen Konflikt zwischen Parlament und Regierung geprägt. Der Kongress kann Präsidenten wegen »moralischer Unfähigkeit« des Amtes entheben. In den vergangenen zehn Jahren hatte Peru acht Präsidenten.
