Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS hat seinen erwarteten Börsengang angekündigt. Aktien des Unternehmens würden an den Börsen in Paris und Frankfurt notiert, teilte KNDS mit. Die Ankündigung folgt auf eine Erklärung Deutschlands und Frankreichs, wonach sich die Regierungen beider Länder auf eine Übernahme von zusammen 80 Prozent der Anteile geeinigt haben.
Zuvor hatte sich der Bund mit den deutschen Eigentümerfamilien von KNDS auf eine Übernahme ihrer Anteile geeinigt. Derzeit hält Frankreich 50 Prozent an dem Konzern. Die anderen 50 Prozent gehören einer Holding der Wegmann-Familie, die ihre Anteile verkaufen will. An die Börse sollen zunächst nur 20 Prozent der Anteile gebracht werden, jeweils zehn Prozent von beiden Eigentümern. Das Unternehmen wird nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters mit 15 bis 18 Milliarden Euro bewertet.
Bund steigt wegen rüstungspolitischer Bedeutung von KNDS mit 40 Prozent ein
Der Bund wird seinerseits 40 Prozent übernehmen und damit genauso viel an KNDS halten wie der französische Staat. Angesichts der Verkaufspläne der Wegmann-Familie hatte sich die Bundesregierung für einen Einstieg bei KNDS entschieden. Andernfalls wäre Frankreich der einzige größere Teileigner des für die deutschen Streitkräfte wichtigen Konzerns, der unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2, den Transportpanzer Boxer und die Haubitze RCH herstellt.
Weiterhin soll die deutsche Beteiligung die KNDS-Standorte in Deutschland sichern und der Bundesregierung Einflussnahme auf Entscheidungen des Unternehmens ermöglichen. Der Konzern war 2015 aus dem deutschen Rüstungsunternehmen KMW und dem französischen Konzern Nexter hervorgegangen und gehört zu den größten Rüstungskonzernen Europas.
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