Die Lage der deutsche Unternehmen hat sich im Juni erneut verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juni auf 85,6 Punkte nach 85,0 Zählern im Mai und damit das zweite Mal in Folge, wie das Münchner ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 9.000 Führungskräften mitteilte. Der Anstieg war erwartet worden.
Damit erholt sich die deutsche Wirtschaft laut ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe schrittweise. Das Geschäftsklima habe sich demnach in
allen Sektoren aufgehellt. »Die Unsicherheit in den Unternehmen
nimmt ab, es gibt mehr Planungssicherheit.« Die Firmen blicken daher weniger skeptisch auf ihre wirtschaftliche Lage und Geschäftsaussichten, teilte ifo-Chef Clemens Fuest mit.
Stimmung seit Rahmenabkommen verbessert
Zu mehr Optimismus unter den Führungskräften dürfte das neue
Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran beigetragen haben. Bei den
Verhandlungen in der Schweiz einigten sie sich den Vermittlern Pakistan
und Katar zufolge mittlerweile auf einen Fahrplan für weitere
Gespräche. Dieser soll innerhalb von 60 Tagen zu einem dauerhaften
Friedensabkommen führen. Noch immer gestaltet sich die Öffnung der
Straße von Hormus jedoch als schwierig.
Auch
Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer prognostiziert einen steigenden Optimismus der Unternehmen im kommenden Monat mit Blick auf die
geänderte Lage in Nahost. Gleichzeitig warnte er vor Übermut, denn ihm
zufolge wird es lange dauern, bis sich die Lage am Ölmarkt normalisiert.
Auftragslage bleibt schwierig
Die
deutsche Wirtschaft habe trotz des zweiten Anstiegs die Trendwende noch nicht geschafft, sagt Wohlrabe. Das Barometer liege mit aktuell 85,6 Punkten noch
immer deutlich unter dem im Februar vor Ausbruch des Irankriegs
erreichten Wert von 88,5 Zählern. Im zu Ende gehenden zweiten Quartal könnte es daher nicht zu einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts reichen. »Es dürfte in etwa stagnieren«, sagte Wohlrabe. Im ersten Quartal hatte es noch zu einem Plus von 0,3 Prozent gereicht.
Zudem ist die Auftragslage nach wie vor schwierig, auch wenn die Exporterwartungen der Unternehmen etwas gestiegen seien. Auf den Exportmärkten fehle es an Dynamik. Im Handel habe sich das Geschäftsklima zwar verbessert, bleibe aber negativ. »An den Zapfsäulen muss trotz des Tankrabatts mehr Geld ausgegeben werden, darauf reagieren die Verbraucher sensibel«, sagte der ifo-Umfragechef. Das zeige sich auch im Tourismus. Auslandsreisen seien wegen der höheren Ölpreise teurer geworden. »Der Deutschland-Tourismus hält sich dagegen recht gut«, fügte Wohlrabe hinzu. Bei den Dienstleistern habe sich der Bereich Transport und Logistik erholt, der ebenfalls besonders stark von den höheren Spritpreisen betroffen war.
