Das Deutschlandticket wird im kommenden Jahr teurer. Statt 63 Euro wie bisher kostet es vom 1. Januar 2027 an 66,80 Euro, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des sogenannten Koordinierungsrats. Der »Koordinierungsrat Deutschlandticket« von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und Verkehrsbranche legt den Preis fest.
Berechnet wird der Preis anhand eines Kostenindex, auf den sich die Verkehrsminister der Länder im Frühjahr verständigt hatten. Dieser berücksichtigt unter anderem die gestiegenen Kosten für Personal, Energie und allgemeine Betriebskosten.
Derzeit haben rund 14,5 Millionen Menschen das Deutschlandticket, mit dem man den öffentlichen Regional- und Nahverkehr bundesweit nutzen kann. Der Preis wurde schrittweise erhöht: Aus dem 9-Euro-Ticket wurde das Deutschlandticket. Dieses kostete erst 49 Euro, dann 58 und derzeit 63 Euro.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) betonte, die Festlegung des neuen Preises sei jetzt notwendig. Für Kundeninformation und die Umstellung des Vertriebs würden rund drei Monate benötigt, sagte ein Sprecher.
Verbände kritisieren Preiserhöhung
Kritik gab es vom Fahrgastverband Pro Bahn. Der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß sagte der Zeitung: »Es reicht jetzt erst mal.« Einen weiteren Anstieg nehme der Verband »zähneknirschend« hin. Angesichts des Tankrabatts für Autofahrer sei stattdessen nötig, »dass es auch einen Rabatt für Nutzer des Deutschlandtickets gibt«.
Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte die geplante Preiserhöhung. Es sei nicht zu akzeptieren, dass die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro Steuergeld für einen weiteren Tankrabatt freimache, aber das Deutschlandticket nicht wenigstens preisstabil halten könne, teilte der BUND mit.
