
Das Interesse von Eintracht-Chef Axel Hellmann an einer Kandidatur für das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters stößt in der Frankfurter Kommunalpolitik auf Wohlwollen. Der CDU-Kreisvorsitzende Nils Kößler fasst die Äußerungen Hellmanns in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gleichsam als Bewerbung auf. „Es passt zu Frankfurt, wenn erfolgreiche Menschen aus Wirtschaft oder Sport sich bereit zeigen, auch in einem öffentlichen Amt Verantwortung zu übernehmen“, sagte er auf Anfrage. „Ich finde das gut und nehme solche Äußerungen ernst.“
Im Interview hatte Hellmann gesagt, er wünsche sich manchmal, Oberbürgermeister in Frankfurt zu werden. Der 54 Jahre alte Jurist stellte zudem seine Verbindungen zur CDU heraus. Für die Partei steht die Frage, wer bei der Wahl 2029 antritt, derzeit aber nicht im Vordergrund. „Wir konzentrieren uns jetzt auf die Aufgaben, die vor uns liegen“, sagte Kößler. Damit meint er die neue Stadtregierung, die nach der Ende August geplanten Wahl mehrerer CDU-Dezernenten ihre Arbeit aufnehmen wird. Im nächsten Jahr sei dann ausreichend Zeit, die OB-Kandidatur für 2029 vorzubereiten.
Auch die Grünen wollen sich zunächst um inhaltliche Fragen der Kommunalpolitik und nicht um mögliche Kandidaturen kümmern, wie Vorstandssprecher Burkhard Schwetje sagte. Hellmann hatte im Interview davon gesprochen, dass seine Kandidatur von CDU und Grünen gemeinsam unterstützt werden könnte. Noch vor der Corona-Pandemie – also während der Amtszeit des damaligen Oberbürgermeisters Peter Feldmann – habe er dazu Gespräche mit „Verantwortungsträgern der Grünen“ geführt.
Nach Informationen der F.A.Z. hat es mindestens ein solches Gespräch mit einem Grünen-Politiker gegeben. Den Kreisvorstand hat das Thema aber offenbar nicht erreicht. „Mit mir gab es dazu keine Gespräche“, sagte der heutige Kämmerer Bastian Bergerhoff, der von 2015 bis 2021 Vorstandssprecher der Frankfurter Grünen war. Nach der Abwahl Feldmanns im Herbst 2022 nominierten die Grünen die frühere Umweltdezernentin Manuela Rottmann. Die CDU schickte Uwe Becker ins Rennen. Gewählt wurde 2023 aber der SPD-Kandidat Mike Josef.
