Israel spricht nach der Notlandung eines Flugzeugs auf dem Weg nach Tel Aviv von einem versuchten Anschlag. Die Passagiere sind inzwischen in Israel angekommen.
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© Ammar Awad/Reuters
Eine Maschine der Fluggesellschaft Flydubai musste auf dem Weg nach Israel in Saudi-Arabien notlanden. Im Cockpit des Flugzeugs soll einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen eingestochen haben. Den Passagieren gelang es, den Angreifer zu überwältigen, und die Maschine konnte sicher in Saudi-Arabien notlanden. Das Motiv des Angreifers ist weiterhin unklar.
Was ist über den Vorfall bekannt?
Es handelte sich um den Flydubai-Flug FZ1073, der auf dem Weg von Dubai
nach Tel Aviv war. Gegen 8.44 Uhr Ortszeit sendete die Maschine ein
Notsignal und ist daraufhin um 9.45 Uhr auf dem Flughafen Tabuk in Saudi-Arabien gelandet. Die Fluggesellschaft bestätigte eine Auseinandersetzung im Cockpit.
Nach Angaben des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu hat einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen eingestochen, als die Maschine sich Israel näherte. Das israelische Nachrichtenportal Ynet berichtete, die Maschine sei zu Beginn des Vorfalls steil in die Tiefe geflogen. Nach Angaben von Israels Verteidigungsminister Israel Katz gelang es Passagieren, den Angreifer zu überwältigen. Diese Schilderung bestätigte auch Netanjahu. Er berichtete von einem Telefongespräch mit einem
Passagier. Diesem sei es gemeinsam mit einem
Besatzungsmitglied gelungen, in das Cockpit vorzudringen. Gemeinsam
hätten sie den Angreifer ausgeschaltet, während dieser versucht habe,
die Bordgeräte zu beschädigen.
Was passierte nach dem Vorfall mit den Insassen?
An Bord der Maschine waren rund 180 Israelis. Die Passagiere wurden laut dem
israelischen TV-Sender N12 nach der Landung zunächst angewiesen,
sitzenzubleiben und das Flugzeug nicht zu verlassen. Am späten Nachmittag wurden die Passagiere dann laut Medienberichten mit einem Ersatzflugzeug zurück nach Tel Aviv gebracht. Am Flughafen wurden sie teilweise von Angehörigen in Empfang genommen. Pilot und Co-Pilot wurden dagegen von Bord gebracht. Beide wiesen
Verletzungen auf und kamen nach Angaben des Flughafens Tabuk in ein
Krankenhaus. Der Angreifer wurde nach Angaben Netanjahus festgenommen und von den saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt.
Was weiß man über die Hintergründe der Tat?
Die israelische Regierung geht nach eigenen Angaben von einem versuchten
Anschlag aus. Was genau der Angreifer plante, ist derzeit noch unklar.
Netanjahu sagte, der Mann habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den
Passagieren zum Absturz zu bringen. Diese Information wurde bislang nicht
durch Ermittlungsbehörden bestätigt.
Ebenfalls unklar ist das Motiv des Angreifers. Verteidigungsminister Katz sprach von einem versuchten »dschihadistischen Anschlag«, erläuterte aber nicht, worauf er die Einordnung stützt. Einem Medienbericht zufolge handelt es sich nach israelischer Einschätzung
um einen Einzeltäter. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass ein Staat oder eine
Terrororganisation Drahtzieher des Vorfalls sein könnte, berichtete der
israelische TV-Sender Kan unter Berufung auf israelische
Sicherheitskreise. Ynet berichtete, der tatverdächtige Co-Pilot stamme aus dem Oman. Dafür gab es aber zunächst keine offizielle
Bestätigung.
