Kämpfer der Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) haben ein Dorf im Nordosten Nigerias angegriffen und mindestens 29 Menschen getötet. Der Angriff ereignete sich in Guyaku im Bundesstaat Adamawa, wie der Gouverneur des Bundesstaates, Ahmadu Umaru Fintiri, mitteilte. Er verurteilte den Angriff vom späten Sonntagabend als tragisch und inakzeptabel.
Ein Anwohner sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Angriff habe sich gegen junge Menschen auf einem Fußballplatz gerichtet. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Behördenangaben, es habe über Stunden Schüsse gegeben. Menschen seien getötet und Häuser zerstört worden.
IS-Gruppierung reklamiert die Tat für sich
Der IS bekannte sich in einer Nachricht auf Telegram zu der Tat. Nach Angaben der Organisation Site, die auf die Beobachtung islamistischer Plattformen spezialisiert ist, reklamierte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in Westafrika (Iswap) den Angriff für sich. Die Gruppe erklärte, mindestens 25 Christen getötet zu haben. Zuerst hatte der örtliche Gouverneur die islamistische Gruppe Boko Haram für den Vorfall verantwortlich gemacht.
Es ist die jüngste Gewalttat in Afrikas bevölkerungsreichstem Land. Nigeria hat seit Langem mit einer komplexen Sicherheitskrise zu kämpfen. In den weitläufigen, ländlichen Gemeinden nutzen islamistische Extremisten und bewaffnete Banden regelmäßig Sicherheitslücken aus.
Zu den bekanntesten islamistischen Gruppen in Nigeria gehören Boko Haram sowie deren Abspaltung Iswap, die dem »Islamischen Staat« nahesteht. Daneben gibt es die ebenfalls mit dem IS verbundene Gruppe Lakurawa sowie weitere bewaffnete Banden, die sich auf Lösegelderpressung und illegalen Bergbau spezialisiert haben. Am Sonntag hatten beispielsweise Angreifer ein Waisenhaus in Lokoja im zentralnigerianischen Bundesstaat Kogi überfallen und dabei 23 Kinder in ihre Gewalt gebracht. Die meisten wurden nach Behördenangaben befreit, acht würden noch vermisst.
