Kurz vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara sind in der Türkei Medienberichten zufolge erneut Journalisten und Bürgerrechtler festgenommen worden. Die regierungskritische Zeitung Cumhuriyet berichtete von Dutzenden Festnahmen bei Polizeieinsätzen in mehreren Provinzen des Landes. Ziel sei es offenbar, »Demokraten, Linke und die Presse
einzuschüchtern«, sagte der Anwalt Erman Öztürk der Nachrichtenagentur
AFP.
Unter den Festgenommenen sind den Angaben zufolge die Chefredakteurin des Senders T24, Buse Sötüglü, sowie die Journalistin Ceren Erdogdu von Oda TV. Beide wurden laut ihren Arbeitgebern in Polizeigewahrsam genommen. Offizielle Angaben zu den Gründen der Festnahmen gab es zunächst nicht. Sötüglüs Anwalt Öztürk sagte AFP, er gehe davon aus, dass die Festnahmen im Zusammenhang mit dem Nato-Gipfel stünden.
Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte die Maßnahmen scharf und sprach von willkürlichen Einsätzen vor dem Gipfel. Nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation Vereinigung zeitgenössischer Juristen wurde zudem deren Istanbuler Vorsitzende Ezgi Önalan festgenommen. Auch mehrere ihrer Mandanten seien in Gewahrsam genommen worden.
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