
Mit dem Sieg des von Andreas Wöhler in Gütersloh trainierten Dardanos unter Wladimir Panow ist es zur größten Überraschung in der langen Geschichte des Rennens um das Blaue Band gekommen. Nie zuvor hatte ein derart großer Außenseiter das Derby auf der Galopprennbahn in Hamburg gewonnen – Dardanos startete zur Quote von 848:10. Die Siegquote ist die höchste in der Derby-Geschichte.
„Ich kann es kaum begreifen. Das ist der Hammer und das Beste, was mir in meiner Karriere passieren konnte“, sagte Panow (45). Für den gebürtigen Russen, seit Jahren in Deutschland ansässig, war es der größte Erfolg seiner Laufbahn.
Im Besitz des Stalles Bergholz von Wilhelm Jenckel und Friedrich von Lenthe setzte sich Dardanos, der bei einer Auktion in Baden-Baden vor zwei Jahren gerade einmal 10.000 Euro gekostet hatte, vor 12.000 Zuschauern gegen Chiefland (Cieren Fallon) und Salitos (Bauyrzhan Murzabayev) durch.
Die drei platzierten Pferde sind allesamt im Besitz der Liberty Racing Besitzergemeinschaft, die bereits mit Fantastic Moon und Palladium das Derby gewonnen hatte. Nun war Dardanos einen Tick schneller. Das Preisgeld im Rennen betrug 650.000 Euro. Die Siegprämie für den Stall Bergholz beträgt 390.000 Euro.
Ein Desaster wurde das diesjährige Derby für die Favoriten. Der aus England angereiste Bay of Brillance, am Ende sogar das am stärksten gewettete Pferd, fand sich auf dem vorletzten Rang im 18-köpfigen Feld wieder. Englishman, aus deutscher Sicht favorisiert, wurde nur Sechster. „Er kam mit dem weichen Boden nicht zurecht“, kommentierte Reiterin Sibylle Vogt.
Nach dem Rennen empfingen seine Kollegen Panow mit einer Champagnerdusche. Obwohl den krassen Außenseiter nur die wenigsten Besucher gewettet hatten, sorgte das Publikum in Hamburg für frenetische Gänsehautstimmung.
