
Meta hat mit seinen am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen für eine Enttäuschung gesorgt: Das Umsatzwachstum des Internetkonzerns hat sich abgeschwächt, und der Nettogewinn war sogar rückläufig. Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg versuchte, die Zahlen in ein positives Licht zu rücken. In einer Telefonkonferenz sprach er von einem „starken Quartal“, und er sagte, Initiativen rund um Künstliche Intelligenz beschleunigten „jeden Teil des Kerngeschäfts“.
Die Börse reagierte enttäuscht auf die Zahlen. Der Aktienkurs fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr elf Prozent. Die Meta-Aktie hat sich in jüngster Zeit ohnehin schon nicht besonders gut geschlagen. Schon vor dem Kursrutsch am Mittwoch hat sie seit Jahresanfang mehr als zehn Prozent an Wert verloren.
Insgesamt meldete das Unternehmen, zu dem Plattformen wie Instagram und Facebook gehören, für das zweite Quartal ein Umsatzwachstum von 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar. Das lag leicht über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 60,2 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Für das erste Quartal hatte Meta allerdings noch ein Umsatzplus von 33 Prozent ausgewiesen. Und für das dritte Quartal sagt das Unternehmen nun eine weitere Abschwächung voraus, auf 19 bis 25 Prozent.
Der Nettogewinn von Meta fiel um 14 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie von 6,18 Dollar lag um mehr als einen Dollar unter den Erwartungen. Der Gewinnrückgang hat vor allem mit dramatisch gestiegenen Kosten zu tun. Allein die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen um 67 Prozent auf 21,7 Milliarden Dollar.
Meta verbuchte außerdem Kosten für juristische Auseinandersetzungen in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar. Der Konzern befindet sich inmitten einer ganzen Reihe von Rechtsstreitigkeiten, die sich um Risiken seiner Plattformen für Jugendliche drehen. Im März wurde er von einem Gericht im US-Bundesstaat New Mexico zu einer Strafzahlung von 375 Millionen Dollar verurteilt. Hier ging es um den Vorwurf, Meta habe nicht genug zum Schutz junger Nutzer vor sexueller Ausbeutung und Menschenhandel getan.
Prozesse, Stellenabbau und hohe Abfindungen
Kurz danach verlor Meta auch einen Prozess in Los Angeles, in dem es um Suchtgefahren sozialer Medien ging. Hier wurde er zu einer Zahlung von 4,2 Millionen Dollar verurteilt. Meta stand hier zusammen mit dem Wettbewerber Google vor Gericht, der wegen seiner Videoplattform Youtube verklagt wurde. Für den August ist ein weiterer Prozess gegen Meta im kalifornischen Oakland angesetzt. Das Unternehmen warnte jetzt, „jugendbezogene Angelegenheiten“ könnten für weitere erhebliche finanzielle Belastungen sorgen.
Zu den gestiegenen Kosten haben auch Abfindungszahlungen beigetragen. Meta hat im Frühjahr den Abbau von 8000 Arbeitsplätzen angekündigt, was in etwa zehn Prozent der Belegschaft entspricht. Außerdem sollen 6.000 offene Stellen nicht mehr besetzt werden. Den Beschäftigten wurde zur Begründung mitgeteilt, Meta wolle seine Effizienz erhöhen und einen Ausgleich für Investitionen an anderer Stelle schaffen.
Ebenso wie andere Technologiekonzerne investiert Meta derzeit enorme Summen, ein großer Teil davon fließt in die KI-Infrastruktur. Insgesamt rechnet Meta in diesem Jahr mit Investitionen von 130 Milliarden bis 145 Milliarden Dollar. Damit passte Meta das untere Ende der Spanne nach oben an, vor drei Monaten war von 125 Milliarden bis 145 Milliarden Dollar die Rede. Zuckerberg sagte: „Wir investieren aggressiv, weil das Potential riesig ist.“
An den Finanzmärkten hat sich in jüngster Zeit verstärkt Skepsis breit gemacht, ob sich die hohen KI-Investitionen auch auszahlen. Die Aktie des Google-Mutterkonzerns Alphabet verlor in der vergangenen Woche sieben Prozent an Wert, nachdem er die Prognose für seine Investitionen in diesem Jahr abermals angehoben hat. Er rechnet nun mit 195 Milliarden bis 205 Milliarden Dollar, zuvor waren es 180 Milliarden bis 190 Milliarden Dollar.
