Die US-Regierung hat das Visum der brasilianischen Botschafterin Maria Luiza Ribeiro Viotti in den USA widerrufen. Das Außenministerium in Washington, D.C. teilte mit, die Entscheidung sei eine Reaktion auf die Verweigerung von Einreisevisa für zwei US-Diplomaten durch Brasilien sowie auf die Verzögerung der Bestätigung des von Präsident Donald Trump nominierten Botschafters für Brasília.
Aus US-Regierungskreisen verlautete, der Schritt sei mehrfach aufgeschoben worden, um dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva die Möglichkeit zu geben, einzulenken. Dieser sei dazu jedoch nicht bereit gewesen.
Viotti, die von 2013 bis 2016 Brasiliens Botschafterin in Deutschland war, trat den Posten als Botschafterin in den USA vor drei Jahren an. Der Entzug ihres Visums könne rasch rückgängig gemacht werden, sollte Brasilien entsprechende Schritte unternehmen und Trumps Botschafterkandidaten Daniel Perez akzeptieren, hieß es seitens der US-Regierung.
Lula tritt gegen Flávio Bolsonaro an
Eine Reaktion der brasilianischen Regierung lag zunächst nicht vor. Im Juli hatte Brasilien mitgeteilt, man habe Visa für US-Beamte verweigert. Zur Begründung hieß es, deren Besuch habe darauf abgezielt, das brasilianische Wahlsystem vor den Wahlen im Oktober zu untergraben.
Bei der Wahl am 4. Oktober tritt Lula gegen Senator Flávio Bolsonaro an, den Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro. Die Familie Bolsonaro unterhält enge Beziehungen zur US-Regierung, die dem linken Politiker Lula und seiner Politik kritisch gegenübersteht.
