
Bei Anfragen reicher nigerianischer Prinzen, von Veteranen mit einem im Kriegsgebiet vergrabenen Schatz oder von Eigentümern wertvoller Waren, die gegen einen hohen Betrag beim Zoll ausgelöst werden müssen, dürften heute die meisten Menschen misstrauisch werden. Doch wenn sich in sozialen Netzwerken eine Beziehung anbahnt, sinkt häufig die Hemmschwelle für unüberlegte Handlungen.
Es sollte aber auch hier misstrauisch machen, wenn die vermeintliche große Liebe um Geld bittet, etwa um zum Beispiel die Reise zu einem Treffpunkt zu bezahlen. Die Polizei spricht dabei von sogenanntem Love Scam.
Einen eher ungewöhnlichen Weg haben Betrüger gewählt, die eine Frau in der Wetterau in Hessen zum Kauf von Geschenkkarten brachten. Diese Karten sind an Supermarktkassen und in Tankstellen erhältlich, um damit in Onlineversandhäusern, auf Streamingportalen oder Computerspielportalen einzukaufen. Wie die Polizei jetzt berichtet, ist dem Betreiber einer Tankstelle in Ranstadt Ende Mai eine Frau aufgefallen, die Geschenkkarten im Wert von 1000 Euro kaufen wollte. Zumal sie schon in der Woche davor mehrere Karten erworben hatte.
Der Mann vermutete, dass sie Opfer eines Betrugs sein könnte, und verständigte die Polizei. Die Beamten machten die Frau ausfindig und fuhren zu ihr. Tatsächlich stand sie mit Betrügern in Kontakt, die von ihr die Übersendung der Gutscheincodes verlangten – diese reichen, um den jeweiligen Wert einzulösen. Den ersten Code für 100 Euro hatte sie schon übermittelt. Die Polizisten verhinderten, dass sie weitere im Wert von 850 Euro weitergab. Über die Tankstelle war sogar die Rückerstattung der noch nicht eingelösten Gutscheine möglich. Wie oft die Frau vorher schon Gutscheinkarten gekauft und weitergegeben hatte, wird noch ermittelt.
