
Justizministerium ermittelt gegen E. Jean Carroll, die Trump der Vergewaltigung bezichtigt hatte
Das Justizministerium hat Ermittlungen gegen die Autorin E. Jean Carroll eingeleitet, die Präsident Donald Trump vorgeworfen hatte, sie Mitte der Neunzigerjahre vergewaltigt zu haben. Das berichteten mehrere amerikanische Medien übereinstimmend. Demnach geht es um die Frage, ob Carroll im Zusammenhang mit zwei Zivilklagen, die sie angestrengt hatte, vor Gericht Meineid begangen hat. Die inzwischen 82 Jahre alte Frau hatte Trump 2019 zunächst wegen einer angeblichen Vergewaltigung in einem Kaufhaus in New York verklagt und 2022 schließlich wegen Verleumdung.
Die Geschworenen des Zivilgerichts in New York befanden Trump im Mai 2023 für schuldig, Carroll sexuell missbraucht zu haben; er wurde zu fünf Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt. Im Zuge der Verleumdungsklage wurde er im Januar 2024 zu einer Zahlung von zusätzlichen 83,3 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt, gegen die Trump Berufung eingelegt hat. Außerdem hat der Präsident im November 2025 den Obersten Gerichtshof in Washington angerufen, die Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs für ungültig zu erklären. Das Gericht hat die Entscheidung, den Fall anzunehmen, seither jedoch zwölfmal vertagt.
Der amtierende Justizminister Todd Blanche ist laut Medienberichten nicht an den Ermittlungen gegen Carroll beteiligt. Er hatte als persönlicher Anwalt Trumps damals an dem Fall mitgewirkt. Die Ermittlungen sollen demnach von der Bundesstaatsanwaltschaft in Chicago geleitet werden.
