
Weidel an SPD: Ihre Wähler sind mittlerweile unsere Wähler
Weidel kommt nun auf die Migrationspolitik zu sprechen. Die Bundesregierung erkläre die Migrationskrise für beendet, dabei komme jedes Jahr eine sechsstellige Zahl von Flüchtlingen ins Land. In Deutschland lebten mehr als eine Million Flüchtlinge, deren Asylantrag abgelehnt worden sei, behauptet Weidel. „Was machen diese Menschen eigentlich noch in diesem Land? Sie gehören abgeschoben.“
Angesichts der geplanten Energiewende fordert die AfD-Vorsitzende eine Abkehr von grüner Energie. Damit werde die Wirtschaft erdrückt. Weidel verweist auf China, dort „gehe man mit innovativen Kernkraftenergien“ in die Zukunft. Deutschland hingegen habe die höchsten Energiepreise und eine zerfallende Infrastruktur. „Längst geht es an die Substanz.“ Der deutsche Mittelstand sterbe leise. Auch Konzernlenker aber würden „größten politischen Unsinn nachplappern“: etwa zum Gebäudeenergiegesetz, zum Verbrennerverbot oder dem Green Deal – „also die gesammelten stumpfsinnigen Werke des grünen Narrenschiffs“.
Als ein Raunen durch die Reihen der SPD geht, spricht Weidel die Fraktion direkt an. „Das finden Sie lustig.“ Das seien auch SPD-Wähler, die die Regierung im Stich gelassen haben, so Weidel. „Ihre Wähler, der ehemaligen Arbeiterpartei, sind mittlerweile unsere Wähler.“ Weidel verweist auf die hohen Energie- und Spritpreise. „Derjenige, der jeden Morgen zur Arbeit fährt, blutet an der Tankstelle.“ Wer einwandere hingegen, werde „verhätschelt“. „Aber wehe, wenn ein arbeitslos gewordener Normalbürger mal einen Termin beim Jobcenter verpasst.“
Zum Ende ihrer Redezeit greift Weidel den Bundeskanzler dann noch einmal direkt an. Die Pressekonferenz von Merz nach der CDU-Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt nannte sie „tragisch“: „Herr Merz, Sie haben zu verstehen gegeben, dass Sie die Botschaft nicht verstanden haben.“ Seine Zeit sei abgelaufen. Bei der nächsten Wahl würden die Wähler der AfD einen „klaren Regierungsauftrag“ geben – diesen Auftrag werde man annehmen.
„In Sachsen-Anhalt haben die Bürger Sie nicht nur abgestraft, sondern Ihre Partei, die CDU, pulverisiert.“ In Mecklenburg-Vorpommern sei die CDU bereits Kleinpartei. „Und im Bund auf dem Weg dahin – zu Recht.“
