Seine übrigen Bedingungen erinnern an das im Juni vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump unterzeichnete Memorandum. So fordert Zolghadr unter anderem die Aufhebung von Sanktionen gegen Iran und die bedingungslose Freigabe eingefrorener iranischer Gelder auf ausländischen Konten. In der Absichtserklärung vom Juni hatten die Vereinigten Staaten zwar solche Zugeständnisse in Aussicht gestellt. Sie hatten sie aber von Fortschritten beziehungsweise einer Einigung in Verhandlungen über das iranische Atomprogramm abhängig gemacht. Es erscheint kaum vorstellbar, dass Washington allein im Gegenzug für die Öffnung der Straße von Hormus zu solch weitreichenden Schritten bereit wäre.
Zolghadrs Forderungskatalog erschien einen Tag nachdem in iranischen Exilmedien über seinen Rücktritt als Sekretär des Sicherheitsrats spekuliert wurde. Ob ein Zusammenhang zu internen Machtdynamiken besteht, ist unklar. Am Sonntag wurde außerdem mitgeteilt, dass Präsident Massud Peseschkian den im Verborgenen agierenden Obersten Führer Modschtaba Khamenei getroffen habe. Auch dies könnte einen Kurswechsel in der iranischen Rhetorik oder Position erklären.
Äußerungen des iranischen Außenministers Abbas Araghchi fielen im Vergleich dazu am Sonntag etwas gemäßigter und vager aus. Laut Tasnim sagte er, eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Amerika sei erst möglich, wenn das Land nicht länger gegen das gemeinsame Memorandum verstoße und eine Entschädigung für die Verstöße zahle. „Vermittler bemühen sich noch immer, Wege zu finden, Verhandlungen wieder aufzunehmen“, sagte Araghchi demnach.
Zwar sei eine Einigung in den aktuellen Verhandlungen mit Oman über neue Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus möglich. In diesen Gesprächen sei man „in der finalen Phase“. Eine solche Einigung bedeute aber nicht die Öffnung der Straße von Hormus. Dafür müssten „eine Reihe von Bedingungen“ erfüllt sein, sagte er, ohne diese aufzuzählen.
In der vergangenen Woche hatten Trump und andere Regierungsvertreter in Washington Hoffnungen genährt, dass eine Einigung zwischen Oman und Iran zu einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus führen könnte. Stattdessen setzte Iran am Wochenende seine Angriffe auf Schiffe fort, die die Meerenge ohne Genehmigung Teherans durchqueren.