
Die Hoffnung auf ein Friedensabkommen ließ die Ölpreise dennoch zum Wochenstart sinken. An Asiens Leitbörse in Tokio stieg der Nikkei-Index im frühen Handel erstmals über die Marke von 65.000 Punkten. Ob die Entscheider in Washington und Teheran tatsächlich auf eine Vereinbarung zusteuern, ist jedoch weiterhin unklar. Nach einem schnellen Durchbruch sieht es nicht aus.
Am Samstag hatte Trump erklärt, dass ein Rahmenabkommen „weitgehend“ ausgehandelt sei. „Die letzten Aspekte und Details des Abkommens werden derzeit besprochen und sollen in Kürze bekanntgegeben werden“, schrieb er.
Das Abkommen würde die für den globalen Ölhandel wichtige Straße von Hormus wieder öffnen und den Iran zur Entsorgung seines hochangereicherten Urans verpflichten, zitierte die „New York Times“ den US-Beamten. Wie Teheran dies bewerkstelligen soll, werde jedoch noch verhandelt, hieß es.
„Es fühlt sich wie ein Durchbruch an, aber einige dieser Punkte haben wir schon einmal gesehen, und sie scheiterten immer, sobald es um konkurrierende Interpretationen der Details ging“, sagte Rory Johnston, Gründer des Ölforschungsunternehmens Commodity Context, dem „Wall Street Journal“.
Die iranische Führung hat sich bisher nicht öffentlich zu den Inhalten eines möglichen Abkommens oder den laufenden Verhandlungen mit Washington geäußert. Vertreter der beiden Länder erklärten, ein Abkommen sei nur ein erster Rahmen für weitere Verhandlungen und nicht das letzte Wort.
In einem Telefonat mit den Staats- und Regierungschefs arabischer und anderer muslimisch geprägter Länder habe Trump am Samstag gesagt, dass er von ihnen eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel erwarte, falls er ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges erreiche, zitierte das US-Nachrichtenportal „Axios“ zwei US-Beamte. Die Anführer Saudi-Arabiens, Katars und Pakistans seien überrascht gewesen. „Es herrschte Stille in der Leitung, und Trump scherzte und fragte, ob sie noch da seien“, wurde einer der Beamten zitiert.
Der Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X, den „falschen Erwartungen“ bezüglich einer Normalisierung der saudisch-israelischen Beziehungen müsse „ein Ende gesetzt werden“. In Saudi-Arabien herrsche heute die Ansicht vor, dass Israel zu einer Hauptursache regionaler Instabilität geworden sei „und in mancher Hinsicht sogar als destabilisierender als der Iran angesehen wird“.
Israels Regierung hat Medienberichten zufolge große Sorge, dass Trump einen aus ihrer Sicht „schlechten Deal“ mit Teheran abschließen könnte. Israels Militär hatte zusammen mit den USA den Iran am 28. Februar angegriffen. Seit Anfang April herrscht eine Waffenruhe.
