Der deutsche Sprinter Owen Ansah hat bei der Europameisterschaft über 200 Meter Gold gewonnen. Der 25-Jährige unterschritt mit 19,95 Sekunden die 20-Sekunden-Marke und sicherte sich den ersten großen Titel seiner Karriere.
Allerdings wird seine Zeit nicht als neuer deutscher Rekord anerkannt,
weil der Rückenwind mit 2,5 Meter pro Sekunde irregulär stark wehte. Silber ging an Zharnel Hughes (20,16/Großbritannien), Bronze holte der Italiener Eseosa Desalu (20,26).
»Mein Ziel war es, von vorne bis Ende durchzuziehen«
»Ich bin mega happy«, sagte Ansah. »Mein Ziel war es, von vorne bis Ende durchzuziehen. Das habe ich hinbekommen. Und mein Sohn hat gesagt: Papa, zünde den Turbo. Das habe ich jetzt am Ende gemacht.«
Drei Tage nach seinem Bronze-Lauf über 100 Meter ist Ansah der erste deutsche Europameister über 200 Meter seit 44 Jahren. 1982 in Athen hatte Olaf Prenzler Gold für die DDR gewonnen. Das deutsche Team hat bei der aktuellen EM elf Medaillen.
Vorwürfe wegen Doping
Vor dem Turnier hatte die Nationale Anti-Doping-Agentur Ansah vorgeworfen, vergangenen Juli einen Dopingtest verweigert zu haben und fordert eine Sperre von vier Jahren für den deutschen 100-Meter-Rekordhalter. Ansah weist die Vorwürfe zurück und will gegen die drohende Sperre vorgehen.
