Die Delegierten des SPD-Landesparteitags in Mecklenburg-Vorpommern haben Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 98,9 Prozent der Stimmen erneut zur Spitzenkandidatin gewählt. Die 52-jährige führt das Land seit Juni 2017, derzeit in einer Koalition mit der Linken. Schwesig gab das Ziel aus, bei der Landtagswahl am 20. September wieder stärkste Kraft zu werden und erneut Ministerpräsidentin zu werden. Den Wahlkampf skizzierte Schwesig auf dem Parteitag in Wismar als Richtungsentscheidung: »Entweder Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin mit einer starken SPD und einer starken, demokratischen, verlässlichen Regierung, oder die Alleinherrschaft der AfD.«
Tatsächlich liegt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern laut einer Umfrage vom Mai bei 36 Prozent, die SPD kommt auf rund 27 Prozent. Die weiteren Parteien folgen mit der Linken (13 Prozent), der CDU (10 Prozent), dem BSW (5 Prozent). Die Grünen (4 Prozent) und die FDP (2 Prozent) würden demnach den Einzug verpassen.
Schwesig verwies auf die Landtagswahl 2021, bei der die SPD trotz eines Umfragewerts von 23 Prozent im Vorfeld letztlich 39,6 Prozent holte und stärkste Kraft wurde. Für die AfD tritt der Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm als Direktkandidat – ohne Absicherung über die Landesliste – im selben Schweriner Wahlkreis wie Schwesig an. Auf Listenplatz eins der anderen Parteien stehen: Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke), Landeschef Daniel Peters (CDU), Peter Schabbel (BSW), Claudia Müller (Grüne) und Jakob Schirmer (FDP).
Jochen Ott fordert in NRW Hendrik Wüst heraus
In Düsseldorf bestimmte der dortige SPD-Landesparteitag den Landtagsfraktionschef Jochen Ott mit 96,2 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 25. April 2027. Der 52-jährige Kölner Bildungspolitiker ist seit 2010 Landtagsabgeordneter und seit 2023 Fraktionsvorsitzender. Der Landesvorstand hatte ihn bereits im Januar für die Spitzenkandidatur vorgeschlagen. »Ich bin bereit, mit euch zu kämpfen«, rief Ott nach seiner Wahl den Delegierten zu.
Ott fordert Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) heraus, der das bevölkerungsreichste Bundesland in einer schwarz-grünen Koalition regiert. In aktuellen Umfragen liegt die CDU klar vorne. Die SPD regierte NRW zuletzt zwischen 2010 und 2017 unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, bevor Armin Laschet (CDU) sie ablöste. Für Familien kündigte Ott im Falle eines Wahlsiegs ein Entlastungspaket an.
