DIE ZEIT: Frau Prohl, was bringt Sie dazu, sich als Religionswissenschaftlerin mit künstlicher Intelligenz (KI) zu beschäftigen?
Inken Prohl: Die gesellschaftliche Wahrnehmung von KI scheint mir im Wesentlichen von Furcht und Faszination geprägt zu sein, zwei Gefühlszuständen, die typisch für Religionen sind. Noch eindeutiger wird der Zusammenhang in den Äußerungen mancher KI-Pioniere. Sam Altman, CEO von OpenAI, bezeichnete die nächste geplante Entwicklungsstufe der KI – die Artificial General Intelligence – als »magische Intelligenz im Himmel«. Eine solche religiöse Sprache zu identifizieren, zu analysieren und einzuordnen, das ist mein Beruf.
