Das US-Unternehmen Anthropic ist nach einer neuen Finanzierungsrunde wertvoller als OpenAI. Anthropic sammelte bei Investoren weitere 65 Milliarden US-Dollar (rund 56 Milliarden Euro) und wird nun mit 965 Milliarden US-Dollar bewertet – im Februar waren es noch 380 Milliarden US-Dollar. OpenAI wurde zuletzt mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet.
Mit den neuen Investitionen in das KI-Unternehmen soll die Rechenkapazität ausgebaut werden, um der wachsenden Nachfrage nach dem Chatbot Claude gerecht zu werden, teilte Anthropic mit. Anders als der ChatGPT-Entwickler OpenAI hatte Anthropic von Anfang an auf KI für Unternehmenskunden gesetzt statt auf Privatnutzer.
An der jüngsten Finanzierungsrunde nahm auch Amazon teil. Der Onlinehändler hatte im April angekündigt, bis zu 25 Milliarden Dollar in Anthropic zu investieren, da sich das KI-Startup verpflichtet hat, in den nächsten zehn Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar für Amazons Cloud-Technologien auszugeben.
Anthropic und OpenAI könnten an die Börse gehen
Anthropic führt derzeit einen Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium. Der Konzern hatte dem Ministerium wegen Sicherheitsbedenken die uneingeschränkte militärische Nutzung seiner KI-Technologien verwehrt, woraufhin das Pentagon Anthropic als »Sicherheitsrisiko in der Lieferkette« einstufte. Kurz danach schloss OpenAI eine Vereinbarung mit der US-Regierung.
Deutsche Verfassungsschützer und Sicherheitspolitiker warnen derweil vor Risiken durch das KI-Modell Mythos des US-Unternehmens. Sie fürchten, Kriminelle oder staatliche Akteure könnten Mythos für Cyberangriffe nutzen. Anthropic hat Mythos bislang nicht veröffentlicht. Die US-Behörden sowie eine Handvoll von Konzernen haben testweise Zugriff.
Sowohl Anthropic als auch OpenAI könnten in diesem Jahr an die Börse gehen. Bereits ab dem 12. Juni wird zudem der Börsengang des Raumfahrtkonzerns SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk erwartet. SpaceX könnte den Rekordwert von 1,75 Billionen US-Dollar erzielen. Das wäre der größte Börsengang der Geschichte.
