Weit weg vom Aktivismus: Die Biennale von Venedig besinnt sich auf die Natur und zeigt Vögel, Erde, Menstruationsblut
© Foto: Wolfgang Stahr für DIE ZEIT
Versprochen war ein großes Innehalten. Eine Biennale in
Moll, düster vielleicht, ein wenig verhangen und ganz bestimmt ohne das ewige
Skandal- und Krisengebrüll, von dem man ja eh schon ganz taub ist. Dreht den
Pegel runter, hatte Koyo Kouoh empfohlen, die Kuratorin der großen
Kunstbiennale. Doch von wegen.
Eine
Ausstellung wie diese, so überbordend, übermütig, überschießend, hat man in
Venedig noch nicht gesehen. Hier will die Kunst nicht gravitätisch
abgeschritten werden. Um Fragen des tieferen Sinn- und Weltgehalts schert sie
sich bestenfalls am Rande. Und auch den missionarischen Aktivismus hebt sie
sich für später auf. Sie sucht jetzt erst einmal: das befreite Spiel.
