Außenminister Johann Wadephul (CDU) drängt angesichts des Irankriegs auf einen schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien. »Die Blockade der Straße von Hormus war ein Weckruf an uns alle«, sagte Wadephul in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). »Es muss uns darin bestärken, uns noch konsequenter von fossilen Energieträgern zu lösen und unabhängiger zu machen.«
Dafür gebe es mit Blick auf den Klimawandel ohnehin schon gute Argumente, sagte der CDU-Politiker weiter. »Aber hinzu kommt die sicherheits- und wirtschaftspolitische Facette, die uns diese Notwendigkeit nochmals verdeutlicht«.
Weitere Entlastungen nicht »der richtige Weg«
Gleichzeitig lehnte Wadephul erneute Entlastungsmaßnahmen für Bürger, wie den Tankrabatt, ab. »Ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist. Die Auswirkungen lassen sich damit nicht dauerhaft neutralisieren und würden unsere Kapazitäten irgendwann auch überfordern«, sagte Wadephul weiter.
Es gehöre »zur Ehrlichkeit dazu«, den Menschen zu sagen, dass die Großkonflikte in der Ukraine und der Golfregion »leider dazu führen, dass die Energiepreise und andere Preise steigen«. Man konzentriere sich darauf, dass die Verhandlungen »in beiden Konflikten überhaupt beziehungsweise wieder aufgenommen werden«, sagte der Außenminister.
Durch die Blockade der Straße von Hormus als wichtige globale Handelsroute sind die Preise für Öl und Gas in den letzten Monaten stark gestiegen. Auch die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, mahnte deshalb zum Ausbau erneuerbarer Energien. Zuletzt forderten Unternehmer, Industriegewerkschaften und die CDU-Mittelstandsvereinigung hingegen eine Verschiebung des deutschen Zieljahrs für Klimaneutralität um fünf Jahre. Auch die EU-Kommission schlug zuletzt auf Druck von Wirtschaft und Mitgliedsstaaten vor, ihren wichtigsten Klimaschutzmechanismus, den Emissionshandel, abzuschwächen.
