Sandra Harzer-Kux ist Verlegerin des Carlsen-Verlags, dem größten deutschen Kinder- und Jugendbuchverlag.
DIE ZEIT: Frau Harzer-Kux, Sie haben für das Bilderbuch Das Neinhorn gemeinsam mit Ihrem Autor Marc-Uwe Kling und der Illustratorin Astrid Henn Klage gegen OpenAI eingereicht. Wie kam es dazu?
Sandra Harzer-Kux: Es liegt in unserer Verantwortung als
Verlag, die Urheberrechte unserer Autor*innen und Illustrator*innen
wahrzunehmen. Dafür screenen wir den Markt nach Urheberrechtsverletzungen und
prompten auch regelmäßig, fragen also zum Beispiel die KI, ob sie uns
Geschichten zu bekannten Werken erzählen kann. Für das Neinhorn haben wir
ChatGPT in einem Prompt gebeten, eine Geschichte vom Neinhorn zu erzählen. Daraufhin
haben wir Antworten bekommen, die dem Original und damit unserem Werk sehr,
sehr ähnlich sind.
