
Das Motto steht und der Fahrplan auch: Am Elften im Elften soll auf dem Mainzer Schillerplatz, so wie es Brauch ist, hochoffiziell der Beginn der Fastnachtszeit gefeiert werden. Um 11.11 Uhr dürfen die eigens dafür vor dem Osteiner Hof erscheinenden närrischen Abordnungen dann erstmals nach mehrmonatiger Abstinenz wieder lauthals Helau rufen, zu Stimmungsliedern schunkeln und Gott Jokus einen ganzen Tag lang feiern.
Weil die Sicherheitsauflagen streng sind, erfahrungsgemäß aber ein paar Tausend maskierte und kostümierte Menschen beim Kampagnenauftakt am Fastnachtsbrunnen in Mainz dabei sein möchten, werden für die Freiluftparty auf dem umzäunten Gelände in der Innenstadt mittlerweile Tickets ausgegeben. Mit dem Losverfahren, das alljährlich über die Vergabe der begehrten und diesmal jeweils neun Euro teuren Karten entscheidet, wird nach Angaben des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) von 1838 jetzt schon begonnen.
Ohne Ticket keine Party
Die Bewerbungen für jeweils maximal vier Zugangsberechtigungen seien vom 2. September bis zum 2. Oktober online auf der Homepage des Veranstalters möglich. Außerdem bestehe die Möglichkeit, eine Registrierungskarte händisch auszufüllen und diese in den Briefkasten am Eingang der MCV-Geschäftsstelle, Emmeransstraße 29, zu werfen. Wer Glück hat, erhält Anfang Oktober dann eine verbindliche Ticketzusage.
Sollten einige Karten für den Kampagnenstart übrig bleiben, werde es weitere Losrunden geben. Auch am 11. November selbst besteht wohl noch eine geringe Chance, im Laufe des Tages als Nachrücker auf das umzäunte Festgelände zu gelangen; aber erst, wenn andere Fastnachtsanhänger den Platz und die Party verlassen haben.
Das aus elf Artikeln und einer Präambel bestehende närrische Grundgesetz, das an diesem Tag laut verlesen wird, soll Freunde des vierfarbbunten Treibens auf kommende Aufgaben, etwa den nach Neujahr bevorstehenden „Kampf gegen Mucker und Philister“, einschwören. Bis dahin dürfen zwar Reden geschrieben und Tänze einstudiert werden. Nach dem Elften im Elften werden die Narrenkappen aber erst noch einmal in die Schubladen zurückgelegt, um die Advents- und Weihnachtszeit nicht durch unangemessene Frohsinnsbekundungen zu stören.
Erst der Gardeumzug am Neujahrsmorgen markiert dann den Beginn der nächsten Kampagne, die 2027 unter dem längst ausgewählten Motto „Die Schwellköpp in de Fassenacht gehör’n zu Meenz wie’s singt und lacht“ über die vielen Bühnen in der Stadt gehen soll.
