Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 24/2026
Die Bar war voll, der Boden klebte. »Wir haben
Skinny Bitches bestellt«, daran erinnert sich Kira noch. Sie war gut drauf, sie
wollte feiern. Später habe jemand eine Runde Schnaps geholt. Dort muss das
Mittel wohl drin gewesen sein, das Kira ausgeknockt hat. Danach, sagt sie,
setze die Erinnerung aus. Was dann passierte, weiß sie nur aus den Erzählungen
von Freunden und Bekannten – und durch die Spuren auf ihrem Körper.
Fast jeder kennt Geschichten von K.-o.-Tropfen
in Getränken. Es sind Substanzen, die betäuben, willenlos und handlungsunfähig
machen. Täter setzen sie ein, um anderen Gewalt anzutun oder sie auszurauben.
Im Mai hat die Bundesregierung die Strafen für den Einsatz von K.-o.-Mitteln verschärft. Gleichzeitig kennen weder Polizei noch Forschung bisher
verlässliche Zahlen dazu, wie oft K.-o.-Mittel in Deutschland in Drinks landen –
und wie häufig darauf sexualisierte Übergriffe folgen. Woran liegt das?
