Ein streunender Bär hat in Japan vier Menschen verletzt. Zeitungsberichten vom Dienstag zufolge drang das Tier zunächst in eine Autoteile-Fabrik in der Stadt Fukushima im Norden des Landes ein und biss zwei Mitarbeiter. Auf dem Gelände einer benachbarten Fabrik und in einem Wohngebiet wurden demnach zwei weitere Menschen verletzt.
Eines der Opfer erlitt nach Angaben der Zeitung „Yomiuri Shimbun“ schwere Verletzungen, die übrigen drei wurden leicht verletzt.
Im vergangenen Jahr waren in Japan 13 Menschen von Bären getötet worden, so viele wie noch nie. Zwischen April 2025 und Ende März dieses Jahres wurden landesweit mehr als 50.000 Bären-Sichtungen verzeichnet – mehr als doppelt so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2023.

Bärenpopulation wächst rasant
Fachleute führen den Anstieg auf eine schnell wachsende Bärenpopulation und die zunehmende Entvölkerung ländlicher Gebiete in Japan zurück. Im vergangenen Jahr hatte es in Japans Wäldern zudem wenige Eicheln gegeben, sodass die Bären sich anderswo auf Nahrungssuche machten. So drangen Bären etwa bereits in Supermärkte ein und trieben sich in der Nähe von Schulen herum.
In Japan leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär oder Kragenbär sowie der größere Braunbär. Braunbären können eine halbe Tonne wiegen und schneller laufen als Menschen. Jedes Jahr werden tausende Tiere abgeschossen. Neben Jägern wurden zuletzt auch Polizisten und Soldaten in die betroffenen Gebiete entsandt, um bei der Jagd auf die Tiere zu helfen.
