Ein mutmaßlicher „Terrorist“ hat nach Angaben des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir ein Flugzeug der Fluggesellschaft Flydubai zum Absturz bringen wollen. Ziel sei es gewesen, „die 180 Israelis an Bord zu ermorden“, schrieb Ben-Gvir auf der Plattform X. Verschiedene israelische Medien berichteten unter Berufung auf Passagiere des Flugzeugs, einer der Piloten habe den anderen mit einem Messer verletzt. Flydubai bestätigte zunächst einen „Vorfall“ an Bord.
Der Flydubai-Flug FZ1073 war am Mittwochmorgen auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv. Dem Flugverfolgungsdienst „Flightradar24“ zufolge setzte er im jordanischen Luftraum ein allgemeines Notrufsignal ab. Wenige Minuten später folgte ein Signal mit einem Code, der auf eine Entführung hindeutete, später sendete das Flugzeug abermals ein allgemeines Notrufsignal. Die Daten von „Flightradar24“ zeigen außerdem, dass das Flugzeug innerhalb einer Minute abrupt von einer Flughöhe von fast 34.000 Fuß auf weniger als 17.000 Fuß absackte. Um 9.45 Uhr landete die Boeing 737 außerplanmäßig auf dem Flughafen Tabuk im Nordwesten von Saudi-Arabien.
Passagiere stürmten ins Cockpit
Laut Medienberichten halfen Passagiere dabei, den Angreifer zu überwältigen. Die Mutter einer israelischen Passagierin sagte der Nachrichtenagentur AFP, nach Schilderungen ihrer Tochter habe einer der Piloten versucht, seinen Kollegen mit einem Messer zu erstechen. „Meine Tochter hat angerufen und gesagt, dass sie in Saudi-Arabien ist“, sagte Yasmine Abécassis, die am Flughafen Tel Aviv wartete. „Sie hat gesagt, dass ein Pilot versucht hat, den anderen Piloten mit einem Messer zu töten.“ Durch laute Schreie alarmiert, seien Passagiere ins Cockpit gestürmt und hätten „den Kerl niedergerungen“, berichtete Abécassis.
Dem israelischen Fernsehsender N12 berichtete eine Israelin, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht, es habe „Schreie und Panik“ gegeben. „Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer“, sagte sie. Es gehe den Passagieren inzwischen gut. „Die Situation hätte aber auch anders enden können“, sagte sie.
Eine weitere Israelin erzählte dem Sender, sie habe Schreie im Flugzeug gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. „Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden.“
Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, der tatverdächtige Ko-Pilot stamme aus Oman. Dafür gab es aber zunächst keine offizielle Bestätigung. Zuvor hatte es geheißen, der Pilot sei russischer und der Ko-Pilot ukrainischer Herkunft.
Eine israelische Sprecherin bestätigte, der tatverdächtige Ko-Pilot werde gegenwärtig in Saudi-Arabien befragt. Zunächst war nur von einem Streit unter den Piloten als Grund für die Notlandung in Saudi-Arabien berichtet worden.
Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich forderte in einem Post auf der Plattform X: „Wer auch immer versucht hat, ein Flugzeug zum Absturz zu bringen und 180 Israelis zu ermorden, muss dafür bezahlen, als ob er sie ermordet hätte.“ Dies gelte für den Angreifer ebenso wie für „jeden Staat oder jede Terrororganisation, die ihn geschickt haben“.
Flydubai teilte mit, die Maschine sei sicher gelandet und alle Passagiere seien wohlauf. Laut dem Fernsehsender N12 wurden die rund 180 Fluggäste angewiesen, sitzenzubleiben und das Flugzeug nicht zu verlassen. Pilot und Ko-Pilot wurden dagegen von Bord gebracht. Beide wiesen Verletzungen auf und kamen in ein Krankenhaus.
