
Die Ölpreise sind am Montag im frühen Handel wegen des sich weiter verschärfenden Iran-Kriegs abermals gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kletterte in der Nacht von Sonntag auf Montag zeitweise um fast vier Prozent auf 91,42 US-Dollar und damit zum ersten Mal seit Anfang Juni über die Marke von 90 Dollar.
Anschließend sank der Brent-Preis wieder etwas. Zuletzt lag er bei 88,22 Dollar. Seit Anfang Juli verteuerte sich die globale Öl-Referenzsorte um fast 30 Prozent.
Auch der Preis für europäisches Erdgas ist weiter gestiegen und hat den höchsten Stand seit vier Monaten erreicht. Am Montag kletterte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 60,66 Euro je Megawattstunde (MWh). Dies ist der höchste Stand seit dem 23. März, der Anfangsphase des Krieges zwischen den USA und dem Iran.
Im weiteren Handelsverlauf fiel der Gaspreis wieder auf 59,44 Euro je MWh. Damit steht er aber immer noch 3,6 Prozent höher als am Freitag. Seit Beginn des Monats hat sich der Erdgaspreis um etwa 35 Prozent verteuert.
Verstärkte Attacken in der Straße von Hormus
Der Preistreiber ist die eskalierende Lage im Nahen Osten mit gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran. Dabei sind Energietransporte durch die Straße von Hormus immer wieder das Ziel von Angriffen. Aus frei zugänglichen Transitdaten im Internet geht hervor, dass der sichtbare Schiffsverkehr in der Straße von Hormus am frühen Montag nahezu zum Erliegen gekommen ist.
Die jüngsten Attacken auf Schiffe haben neue Bedenken hinsichtlich der Sicherheit für die Durchfahrt geweckt. Allerdings gibt es auch Berichte über Tankschiffe, die ohne eingeschaltete Transponder die Meerenge passieren und dabei vom US-Militär unterstützt werden. Die Straße von Hormus ist von hoher Bedeutung für den Transport von Öl, Gas und Dünger. Eine Blockade hat somit Auswirkungen auf die Preisentwicklung auf dem Weltmarkt.
Washington verlegt US-Medienberichten zufolge weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Konfliktregion. Um Angriffe des Irans auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu unterbinden, bombardierte das US-Militär derweil in der nunmehr neunten Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik. In Reaktion auf die nächtelangen US-Angriffe führt Teheran Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region aus.
