Der Iran hat seit Beginn des Krieges
mit den USA und Israel vor zwei Monaten mindestens 21 Menschen
hingerichtet. Mehr als 4.000 Personen seien wegen Vorwürfen der angeblichen Gefährdung der nationalen Sicherheit festgenommen, sagte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk.
Mindestens neun Menschen seien im Zusammenhang mit Protesten im
Januar exekutiert worden, zehn wegen angeblicher Mitgliedschaft
in Oppositionsgruppen und zwei wegen Spionagevorwürfen.
»Ich bin
entsetzt, dass die Rechte des iranischen Volkes zusätzlich zu
den ohnehin schweren Auswirkungen des Konflikts weiterhin auf
harsche und brutale Weise von den Behörden beschnitten werden«, sagte Türk. Er forderte die iranischen Behörden auf, alle
weiteren Hinrichtungen zu stoppen und willkürlich Inhaftierte
freizulassen.
Verschwunden, gefoltert, misshandelt
Bei regierungsfeindlichen Protesten im Januar hatten die
iranischen Behörden Tausende Menschen getötet – es waren die schwersten
innenpolitischen Unruhen seit der Islamischen Revolution 1979.
Nach Angaben der in Norwegen ansässigen Organisation Iran Human
Rights wurden insgesamt mindestens 3.646 Menschen festgenommen,
davon mindestens 767 nach Beginn eines Waffenstillstands am 8.
April. Viele der Inhaftierten seien verschwunden, gefoltert oder
anderweitig misshandelt worden, sagte Türk.
Er verwies darauf, dass unter den Gefangenen auch die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh ist. Der
Gesundheitszustand der Friedensnobelpreisträgerin Narges
Mohammadi habe sich nach einem Herzinfarkt verschlechtert. Im
Chabahar-Gefängnis im Südosten des Iran hätten Sicherheitskräfte
mindestens fünf Menschen getötet, als diese gegen ausbleibende
Essenslieferungen protestiert hätten.
