
Mehr als zweihundert Studenten, Hochschullehrer und Unterstützer der archäologischen Studiengänge an der Humboldt-Universität haben am Donnerstag gegen die mögliche Schließung des Instituts für Archäologie protestiert. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsre Bildung klaut“, skandierten sie. Seit Wochen kämpfen die Studentenvertreter und die Hochschullehrer mit alternativen Konzepten für die Zukunft des Instituts, doch das Präsidium schweigt. Inhaltlich will es erst diskutieren, wenn die Gesamtstrategie für alle Kürzungen auf dem Tisch liegt.
Ermutigend für die Demonstranten war der Beitrag eines Studenten der Hochschule für Technik und Wissenschaft (HTW) Berlin aus dem Studiengang Konservierung, Restaurierung, Grabungstechnik und Feldarchäologie, der ebenfalls dem Rotstift zum Opfer fallen sollte. Die Schließung des Studiengangs sei schon vor der Befassung der akademischen Gremien beschlossen gewesen. Doch wegen der anhaltenden Proteste bleibt er nun erhalten. „Die Zahlen müssen stimmen, unsere Zukunft scheint nicht zu kümmern“, sagte der Student vor den Demonstranten, unter denen auch der Kunsthistoriker Horst Bredekamp war.
Nach dem Auftakt vor der Humboldt-Universität zogen die Demonstranten weiter zur Alten Nationalgalerie, vor der auch der Direktor der Antikensammlung, Martin Maischberger, die Angewiesenheit der Museen auf den Studiengang Archäologie bekräftigte. Es sei nicht nur die zweihundertjährige Geschichte des Instituts, viel wichtiger noch sei die Archäologie für Gegenwart und Zukunft. Das Berliner Antike-Kolleg oder die Berlin Graduate School for Ancient Studies sowie weitere Verbünde seien ohne eine starke Archäologie an der Humboldt-Universität Makulatur.
„Wir sorgen uns sehr um den wissenschaftlichen Nachwuchs auch an den Sammlungen“, sagte Maischberger und verwies auf die Numismatik der Humboldt-Universität, die aufs engste mit dem Münzkabinett im Bode-Museum verbunden ist. Die vier archäologischen Museen in unmittelbarer Nachbarschaft der Humboldt-Universität seien auf die Erhaltung des Instituts angewiesen. Die Museen ziehen jährlich zwei Millionen Besucher an und sind auch ein wirtschaftlicher Faktor für die Stadt.
