Am frühen Mittwochmorgen, kurz vor sieben Uhr, sind unscheinbare Limousinen und ein Polizeiauto am Stadtrand von Hannover vorgefahren. Im Stadtteil Kronsberg wohnt Hülya Iri, SPD-Politikerin, hier im Viertel kannte sie ohnehin jeder. Doch seitdem sie wegen eines mutmaßlichen Betrugs verdächtigt wird, redet dort auch jeder über sie. Iris Wohnhaus, ein weißer Neubau, ist schon aus der Ferne gut zu erkennen. Nur wenn man näherkommt, versperren Hecken und ein Carport die Sicht.
Die ermittelnden Beamten des Landeskriminalamtes waren zur Durchsuchung gekommen. Fast zwei Stunden lang schauten sie in Iris Haus nach Unterlagen, Datenträgern, anderen Spuren darauf, ob sie staatliche Fördergelder veruntreut haben könnte. Beauftragt wurden sie von der Staatsanwaltschaft Hannover und der Europäischen Staatsanwaltschaft. Während der Hausdurchsuchung war auch Iri selbst vor ihrem Haus zu sehen. Parallel wurde wenige Straßen weiter auch die Wohnung ihrer Tochter Esma B. durchsucht.
