Der 150 Jahre alte Konzertflügel des Komponisten Richard Wagner ist nach monatelanger Restaurierung in Belgien nach Bayreuth zurückgekehrt. Das historische Steinway-Instrument in der «Villa Wahnfried» soll in diesem Sommer bei zahlreichen Konzerten wieder klingen wie im Jahr seiner Entstehung 1876. Nicht mehr verwendbare alte Teile wurden teils nach historischem Vorbild angefertigt, teils mit Materialien ersetzt, die denen des Herstellungsjahres entsprechen, wie das Richard Wagner Museum mitteilte.
Wagners persönlicher Flügel
Der New Yorker Klavierbauer hatte Wagner den Flügel als Anerkennung seines Lebenswerks geschenkt – mit Widmung und Wagners Namen auf dem oberen Deckel, auf dem sich üblicherweise nur der Name des Herstellers findet. Der Komponist ist für den «Ring des Nibelungen», «Tannhäuser» und andere Opern bekannt, brachte jedoch in seiner Jugend auch einige Klavierwerke zu Papier.
Instandhaltung historischer Flügel ist schwierig
Flügel sind generell weit weniger haltbar als historische Geigen, in der Regel sind Tasteninstrumente aus dem 19. Jahrhundert kaum noch spielbar. So treten häufig Ermüdungsrisse im Stahlrahmen auf, an dem die Saiten befestigt sind. An der Restauration beteiligt war die Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber, die zwar weniger bekannt ist als Steinway, aber in der Fachwelt einen hervorragenden Ruf hat. Die Kosten der Restauration bezifferte das Museum auf 41.000 Euro. Zum Vergleich: Ein aktueller Steinway-Konzertflügel von 2,74 Metern Länge schlägt mit einem Neupreis von weit über 200.000 Euro zu Buche.
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