
Der in westdeutsche Regionen ausgeweitete Vertrieb des DDR-Klassikers Vita Cola verhilft der Hassia-Getränkegruppe zu mehr Wachstum. Gleiches gilt für neue Varianten des Erfrischungsgetränks Bionade und der teureren Mineralwasser-Marken. Dies meldet das in Bad Vilbel ansässige Familienunternehmen im Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr. Der Absatz stieg den vorgelegten Zahlen zufolge etwas stärker als der Umsatz.
Demnach erlöste das Unternehmen alles in allem 363 Millionen Euro. Das waren sechs Millionen Euro oder 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Absatz an Getränken stieg von 924 Millionen Litern auf 950 Millionen Liter, ein Zuwachs um fast drei Prozent. „Dank einer Vielzahl von Initiativen über alle Standorte und Marken hinweg konnten wir unsere Absatz- und Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr nochmals verbessern und so der schlechten Konsumstimmung entgegenwirken“, wird Dirk Hinkel als geschäftsführender Gesellschafter zitiert. Wie viel Hassia im vergangenen Jahr verdient hat, behält die Gruppe für sich. Das Geschäftsjahr 2024 hatte sie mit einem Überschuss von 5,9 Millionen Euro abgeschlossen, wie sie im „Bundesanzeiger“ berichtet.
Marke Lichtenauer mit Allzeithoch
Auch in dem „wirtschaftlich herausfordernden Jahr“ haben die Hessen laut Hinkel konsequent in ihre Marken investiert, um die Zukunft des Familienunternehmens langfristig zu sichern. Im Segment Mineralwasser erzielten demnach besonders die Premiummarken wie Rosbacher deutliche Zuwächse und entwickelten sich stärker als der Gesamtmarkt. Die Marke Lichtenauer habe sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Wachstumstreiber seien vor allem Glas-Mehrweggebinde und die zunehmend gefragten stillen Mineralwässer gewesen. Vita-Cola sei zur Nummer drei auf dem deutschen Cola-Markt aufgestiegen.
„Die Investitionen der letzten Jahre in neue Gebinde, moderne Markenauftritte und neue Kommunikationskampagnen zahlen sich aus“, so Stefan Müller, Geschäftsführer Marketing. Dazu zählten etwa zuckerfreie Neuprodukte unter den Marken Rosbacher, Thüringer Waldquell und Lichtenauer und zudem die neuen Eistee-Varianten mit einem weit überdurchschnittlichen Wachstum.
Auf der anderen Seite gehörten die Fruchtsäfte zu den Verlierern unter den alkoholfreien Getränken. „Die Marken Rapp’s und Kumpf entwickelten sich entsprechend dem rückläufigen Markttrend“, heißt es unter Verweis auf hohe Rohwarenpreise. Die hohen Energie- und Personalkosten zählten ebenso weiterhin zu den zentralen Belastungsfaktoren. Für dieses Jahr erhofft sich Hassia durch mehr Werbung für die hauseigenen Säfte und niedrigere Preise für Orangensaft ein belebtes Geschäft.
